Busunternehmer Peter Rohe hat seine letzte Fahrt für die MVG absolviert

Am Steuer 80 Mal die Erde umrundet

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Busunternehmer mit Blumen: Peter Rohe ist von der Märkischen Verkehrsgesellschaft verabschiedet worden.

Altena – Peter Rohe hat viel gesehen von der Welt. Das darf man behaupten, denn er hat sie mehr als 80 Mal umrundet. 87 Mal, um genau zu sein – hinter dem Steuer zahlreicher Busse. 3,5 Millionen Kilometer könnte er sich in sein Fahrtenbuch schreiben, davon 2,5 Millionen Kilometer im internationalen Reiseverkehr und eine Million Kilometer im Linienverkehr.

 Der Altenaer ist wohl mit Recht stolz darauf, seit Januar 1978, als er erstmals den Busführerschein erhielt, nie einen Unfall gehabt zu haben – und nie einen Punkt in Flensburg kassiert zu haben. „Das ist natürlich nicht nur Können, da gehört auch eine Portion Glück dazu“, sagt Rohe. Er ist jüngst offiziell aus dem Liniendienst verabschiedet worden, den er für die Märkische Verkehrsgesellschaft gefahren hat. Die Verbundenheit der Firma Rohe zur MVG reicht im Übrigen weit zurück, bis ins Jahr 1966.

Da hieß die MVG noch Mark Sauerland. Die Firma Rohe wurde im Jahr 1931 von Peter Rohes Großvater Josef gegründet. „Zunächst fuhren wir mit einem Lastwagen für Güter. Am Wochenende wurden dann auf der Ladefläche Sitze montiert“, beschreibt Peter Rohe die damalige Zeit. Wenn andere in Büchern stöbern, dann greift der Altenaer übrigens gerne zu Landkarten: „Ich lese Landkarten so wie andere Leute Bücher lesen“, verrät der passionierte Fahrer. Seine Bustouristik bestand aus einem Programm mit 100 Terminen jährlich; die Fahrten reichten vom Nordkap bis nach Neapel.

Eines von Peter Rohes Geheimnissen besteht darin, dass er den Fahrgästen gerne auch mal andere Routen gezeigt hat als die Standard-Fahrstrecken. „Das mögen die Kunden, das kommt gut an“. Das sei damals so gewesen, als er anfing, und das habe sich über die Jahre nicht verändert. Und Rohe gibt noch einen Tipp zum Besten. „Ein guter Fahrer weiß auch immer, wo es etwas Leckeres zu Essen gibt.“

Die Branche habe eine interessante Entwicklung hinter sich, findet der Altenaer: „Als ich anfing Bus zu fahren, hatte ein Wagen um die 190 PS. Jetzt ist man im Reiseverkehr mit 480 PS unterwegs. Und trotzdem könnten heute Verbräuche von um die 20 Liter auf 100 Kilometer erreicht werden. „Das war früher wesentlich mehr“, erinnert sich Rohe. Mit einer Tankfüllung könne man heute 2000 Kilometer zurücklegen. Und was hält der Profi zum Beispiel von E-Bussen? „Das ist wohl die Zukunft“, meint der langjährige Fahrer, „aber sie beginnt nicht im Sauerland.“ Dazu seien einfach die topografischen Verhältnisse zu schwierig.

Zugleich beobachtet Peter Rohe die Tendenz, dass viele Städte Reisebusse wohl am liebsten aus dem Zentrum verbannen würden. „Besonders schlimm ist das in Italien“, weiß Rohe. Da komme man rasch an Parkgebühren von 200 Euro heran, während man in Deutschland mit 40 bis 50 Euro rechnen könne. Zu Rohes Fahrten in der Heimat zählte natürlich auch stets der Schülerverkehr. Und auch hier hat der Altenaer Interessantes beobachtet. „Früher kamen die Rabauken aus der achten oder neunten Klasse. Heute sind das die vierten bis sechsten Klassen.“ Die älteren Schüler seien hingegen oft „sehr vernünftig“, spricht Rohe ein Lob aus.

Der Touristikunternehmer legt im Zusammenhang mit seinem Ausstand bei der MVG Wert auf eine Feststellung: „Der Betrieb der Reisebüros geht weiter!“ Auch der Generationsübergang auf seine Tochter sei gesichert. Peter Rohe unterhält sowohl in Altena als auch in Letmathe je ein Reisebüro. Neun Mitarbeiter sind an beiden Standorten beschäftigt.

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