Busfahren will gelernt sein

Tugba Dumanli erkundet den toten Winkel

ALTENA ▪ Das ABC können sie schon und auch das kleine Einmaleins – jetzt steht für die Drittklässler der Grundschule Mühlendorf Schwimmen auf dem Stundenplan und - quasi als Nebeneffekt – auch Busfahren.

Weil‘s nämlich mit der MVG ins Schwimmbad geht, hat der neue Schulleiter Wolfgang Wilbers kurzerhand ein Schulbustraining für die drei dritten Klassen seiner Schule gebucht.

Manche der Kinder fahren täglich mit dem Bus. Trotzdem haben sie gestern einiges gelernt. Wie schwer so ein Bus ist? 500 Kilo, schätzt ein Schüler, der nächste erhöht auf 1000. Alles falsch: 10 Tonnen wiegt ein Linienbus, erklärt Karl-Heinz Schönfeld, der mit einem Mercedes Citaro nach Altena gekommen ist, um den Jungen und Mädchen Tipps und Tricks in Sachen Bus zu verraten.

Der feste Halt ist wichtig

Schönfeld muss es wissen: Er ist Ausbilder der Verkehrsgesellschaft und kennt deshalb beide Seiten. Zum einen hört er die täglichen Sorgen und Nöte seiner Kollegen im Schülerverkehr, zum anderen muss er denen aber auch nahe bringen, wie ihre Kundschaft tickt. Dass also zum Beispiel nach Schulschluss vieles viel, viel wichtiger ist, als sich im Bus einen festen Halt zu verschaffen. Wie gefährlich das sein kann, erfahren die Jungen und Mädchen recht spektakulär: Auf dem Sportplatz der Sauerlandhalle gibt Schönfeld richtig Gas, um dann eine Vollbremsung hinzulegen. Wer in einem solchen Augenblick keinen festen Halt hat, der hat richtig schlechte Karten. Natürlich versuche ein guter Busfahrer, solche Situationen zu vermeiden, erklärt der Fachmann – „aber manchmal geht es nicht anders, zum Beispiel, wenn plötzlich ein Kind auf die Straße rennt“.

Pylonen fliegen durch die Gegend

Dann fliegen Pylonen durch die Gegend: Schönfeld hatte sie aufgebaut, um den Kindern zu zeigen, wie weit die Front des Busses über den Gehweg schwenken kann, wenn der eine Haltestelle anfährt. „Zurückbleiben bitte“ heißt seine Botschaft – und keinesfalls drängeln, wenn der Bus kommt.

Tugba Dumanli darf anschließend sogar hinterm Lenkrad des Mercedes Platz nehmen: Schönfeld stellt ihr die Spiegel ein und baut den Rest der Klasse draußen neben dem Bus auf. Dann kann Tugba ihren Mitschülern erklären, dass sie einen Teil von ihnen gar nicht sehen konnte. Dass die Busse einen großen toten Winkel haben, war den Drittklässlern bis dahin gar nicht so bewusst.

MSC begleitet die Aktion

Begleitet wurde der MVG-Ausbilder gestern von Heinz Wagener und Christian Wolff vom MSC Altena. Erstmals engagiert sich der Motorsportclub in diesem Jahr mit ganz gezielten Aktionen zum Schuljahresbeginn für die Verkehrssicherheit von Schülern.

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