Burgstadt besser als der Landestrend

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Wachleiter Matthias Radtke (l.) und Kriminalhauptkommissar Reinhard Berger mit den neuen Zahlen. ▪

ALTENA ▪ Die Entwicklung der Verkehrsunfallzahlen ist im Jahr 2011 in der Burgstadt gegen den Trend verlaufen. Gab es landesweit mehr Tote und Verletzte als 2010, so waren es hier weniger. „Wir sind von der Entwicklung im Land offenbar etwas abgekoppelt“, stellte Wachleiter Mathias Radtke fest. Das heiße aber nicht, dass für die Altenaer Polizei im Jahr 2012 sorglose Zeiten angebrochen seien, sagte Radtke weiter.

Neue Schwerpunkte für die Arbeit der Ordnungshüter sind gesetzt. Das Stichwort heißt: Kreuzende Straßen. Bei einer Analyse der Unfälle nach ihren Ursachen hat sich gezeigt, dass von 63 schwereren Unfällen allein 36 auf eine von zwei Hauptursachen zurückgehen: Es sind dies einerseits Fehler beim Beachten von Vorfahrt und Vorrang (12 Unfälle) sowie andererseits Fehler beim Abbiegen und Wenden. In dieser Kategorie wurden allein 24 Zusammenstöße registriert. Geschwindigkeitsverstöße, sonst oft als Unfallursache Nummer 1 genannt, haben im vergangenen Jahr „nur“ zu elf Unfällen geführt. Alkohol- und Drogenkonsum führten in nur jeweils zwei Fällen ursächlich zu einem Unfall.

Ein kurzer Blick auf das Umland: Im Märkischen Kreis ist die Anzahl aller Verkehrsunfälle um fünf Prozent auf 13800 zurückgegangen. Es gab dabei aber mehr Tote und Verletzte. Kamen im Jahr 2010 vier Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, so war es 2011 eine erschreckend hohe Zahl von 13. Die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten stieg im Kreisgebiet um zehn Prozent auf 293.

Altenas Wachleiter hatte die Entwicklung des vergangenen Jahres zusammen mit Kriminalhauptkommissar Reinhard Berger von der Verkehrsdirektion der Polizei genau aufgeschlüsselt:

Bei den Verkehrsunfällen mit Kindern, einem Gebiet, dem immer wieder die Aufmerksamkeit der Polizei gilt, gab es eine deutliche Zunahme: So verunglückten (einschließlich Nachrodt-Wiblingwerde) 13 Kinder, 62 Prozent mehr als im Jahr 2010. Glücklicherweise wurden dabei nur zwei Kinder schwer verletzt. Die Anzahl der Schulwegunfälle dagegen bleibt bei sinkenden Fallzahlen weiter niedrig. Nur ein Kind wurde auf dem Schulweg verletzt.

Rückläufige Unfallszahlen gab es bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Im Alter zwischen 15 und 17 Jahren verunglückten auf Altenaer Gebiet fünf junge Männer und Frauen, zwei wurden schwer verletzt. Hier hofft die Polizei unter anderem,, dass Kontrollen der Motorroller weiter Wirkung zeigen. Zwischen 18 und 24 Jahren (junge Erwachsene) wurden fünf Unfallopfer gezählt; der Rückgang der Schwerverletzten liegt hier bei 55 Prozent.

Im Bereich der Unfallvorbeugung für Senioren hatte die Polizei im vergangenen Jahr eine große Kampagne in der Burgstadt gefahren. Sie scheint Erfolg gehabt zu haben, denn es gab einen deutlichen Rückgang.

Im Jahr 2011 verunglückten im Bereich der Polizeiwache Altena sechs Senioren – das sind 14 weniger als im Vorjahr. Der Rückgang der Schwerverletzten erreicht hier 85 Prozent; bei den leicht Verletzten immerhin von 72 Prozent. ▪ Thomas Keim

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