Altena gibt es bald "doppelt"

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Arnold Rump (l.), hier bei einem Besuch des Evingser Heimatvereins, hat sich viel mit Altena beschäftigt.

Altena - Die Burgstadt bekommt in eineinhalb Jahren einen neuen Namensvetter: Zum 1. Januar 2019 werden die bisher eigenständigen niederländischen Gemeinden Werkendem, Woudrichem und Aalburg im „Land van Heusden en Altena“ fusionieren. Die neue Stadt wird nach einem Bürgerentscheid den Namen Altena tragen - und ist dann gut dreimal so groß wie die Burgstadt.

Die Einwohner konnten sich zwischen vier Namensvorschlägen entscheiden, wobei Altena den ganz klaren Vorzug erhielt: Auf Almerwaard entfielen 948 Stimmen (5,0 Prozent), auf Altena Biesbosch 2848 Stimmen (15,1 Prozent) und auf Maas en Merwe schließlich 1837 Stimmen oder 9,7 Prozent. Der Namensvorschlag Altena erwies sich dagegen als ganz großer Favorit. Über 13 200 Menschen sprachen sich dafür aus und bescherten dem künftigen Zusammenschluss einen Stimmenanteil von stolzen 70,2 Prozent.

Die Entwicklung in den Niederlanden hat Arnold Rump beobachtet, langjähriger Heimatforscher und ehemaliger Vorsitzender der Freunde der Burg. Kreisarchiv-Direktorin Dr. Christiane Todrowski weiß, dass sich Rump in dieser Funktion und als ehemaliger Kreistagsabgeordneter in der Vergangenheit schon für eine kulturhistorische Partnerschaft zwischen der Burgstadt und dem Landstrich in der Provinz Nord-Brabant stark gemacht hat.

Diese „kulturhistorische Partnerschaft“ zwischen den „Freunden der Burg Altena“ und dem niederländischen „Slot Loevestein“ (Schloss Loevestein) in der Nähe von Woudrichem sowie dem „Streekarchiv Heusden/Altena“ wurde in den 90-iger Jahren geschlossen, als Rump Vorsitzender der Freunde der Burg Altena war. Hauptgesprächspartner in den Niederlanden war damals Tom van der Aalst. Das Schloss Loevestein wurde seinerzeit von Adeligen, den Herren des niederländischen Landes Altena errichtet, und hat im Nachbarland eine große historische Bedeutung.

Arnold Rump hat sich seit Langem mit auch mit Herkunft und Bedeutung des Namens Altena beschäftigt. Er vertritt die Auffassung, dass es sich um einen sogenannten „Wandernamen“ handelt, der aus den Niederlanden herausgetragen wurde und so die hiesigen Gefilde erreicht hat. Es sei nicht auszuschließen, schreibt Rump, dass die Namensentstehung Altena ein „Zufallsprodukt aus einem anderen, ähnlich klingenden Namen war“, der erst später, nachdem er als „Altena“ weitergetragen worden war, an den verschiedenen Orten mit den bekannten, schönen Sagen versehen wurde, die den Eindruck von Volksetymologie hinterlassen, also ein Versuch seien, „einem unverstandenen Wort einem dem einfachen Volk geläufigen Sinn zu geben.“

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