Burgrock braucht keine Genehmigung

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Keine Frage: Vorne an der Bühne ist es voll, wenn die Top-Acts spielen. Weil der Kreis nur 1800 Karten verkauft, gibt‘s auf dem oberen Burghof eigentlich kein großes Gedränge. Zwei Fluchtwege stehen zur Verfügung.

ALTENA ▪ Wie sicher ist Burgrock? Nicht erst seit dem tragischen Ende der Loveparade stellt sich diese Frage – Veranstalter und Ordnungshüter haben sich schon in der Vergangenheit immer wieder mit der Frage beschäftigt, wie im Falle eines Falles der Burghof evakuiert werden kann.

Mit dem Burgtor und einer schmalen Pforte im Bereich des Biergartens stehen schließlich nur zwei schmale Notausgänge zur Verfügung, beide auch noch steil und wegen des Kopfsteinpflasters auch uneben.

Die Dimensionen der Fluchtwege entsprechen damit nicht der nach Duisburg immer wieder zitierten Verordnung, wonach pro 150 Zuschauer ein Meter Fluchtweg vorhanden sein muss. Allerdings: Diese Vorschrift gilt erst für Veranstaltungen mit über 5000 Besuchern – und so viele werden es am Samstag beim Burgrock 2010 mit Sicherheit nicht sein.

1800 Eintrittskarten verkauft

Der Kreis verkaufe bis zu 1800 Eintrittskarten, schilderte Kreis-Pressesprecher Hendrik Klein gestern. Hinzu kämen Musiker, Ordner, Sanitäter und andere Helfer, sodass von höchstens 2000 Menschen auszugehen sei. Auf diese Limitierung hatte man sich vor Jahren schon geeinigt, um die Sicherheit zu garantieren. Und: „Wenn die ersten schon gehen, kommen ja die letzten erst“ – nach Darstellung Kleins seien nie alle Zuschauer auf einmal auf dem oberen Burghof.

Trotzdem: Als jetzt die letzte Abschlussbesprechung stattfand, schauten neben dem Kreis als Veranstalter auch das Ordnungsamt der Stadt, Polizei, Feuerwehr und die Verantwortlichen des privaten Sicherheitsdienstes ganz besonders kritisch hin. „Nach einer Begehung der Veranstaltungsstätte und der um die Burg führenden Rettungswege, sowie detaillierter Absprache der eingesetzten Ordnungs- und Rettungsdienste und konkreter Verfahrens- und Ablaufplanungen konnte einvernehmlich festgestellt werden, dass die Burg Altena bereit ist, ihre Tore für die Rockfans zu öffnen“, teilte der Kreis anschließend per Pressemitteilung mit. Matthias Radtke, der Leiter der Polizeiwache Altena, bekräftigte das im Gespräch mit unserer Zeitung: Angesichts der Erfahrungen der letzten Jahre habe er im Bezug auf Burgrock „überhaupt keine Bedenken“, sagte er.

Stadt ist nicht zuständig

Und die Stadt? Die hat mit Burgrock eher wenig zu tun. Weil es sich um eine Veranstaltung des Kreises handelt, muss sie nicht von der Ordnungsbehörde genehmigt werden – offensichtlich gehe der Gesetzgeber davon aus, dass in solchen Fällen sowieso alle Vorschriften eingehalten würden, sagte Klein. ▪ Thomas Bender

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