„Edler“ van Altena besucht „seine Feste“

Cornelius Jan van Altena mit Partnerin Ikiena Rütgers. Er hält den Ausweis hoch – oben „seine“ Burg. Foto; Bonnekoh

Altena -  Was machen Urlauber, wenn sie in einer fremden, einer ihnen unbekannten Stadt, ein bestimmtes Ziel suchen? Natürlich, sie fragen sich durch. Manchmal sogar den erstbesten Passanten, wie sie sicher und zügig dort ankommen, wo sie hin möchten. Doch der Altenaer, der am Mittwoch einem freundlichen, niederländischen Paar den Weg „zu meiner Burg“ weisen sollte, staunte erst einmal.

Denn Ikiena Rütgers und ihr Partner zeigten dem verblüfften Burgstädter auch noch einen Ausweis vor. Aber nicht irgendeinen. Auf der kleinen Plastikkarte aus den Niederlanden stand es schwarz auf weiß: „Cornelius Jan van Altena“ und genau dieser freundliche Niederländer wollte „zu meiner Burg.“ Natürlich war das ein Spaß, ein Gag. Der Name van Altena Zufall. Natürlich wollten die van Altena-Rütgers „als Touristen“ nach der Burg Altena schauen, sie persönlich kennenlernen, weil sie von der Feste schon oft gehört oder gelesen hatten. Aber so ein vermeintlicher Titel beziehungsweise der Name „van Altena“ macht sich schon gut. Zumindest hier, in Altena, Südwestfalen, Deutschland!

Als Cornelius Jan van Altena dann im Erlebnis-Aufzugsgebäude vor dem Portrait von Dietrich, Graf von Altena, stand, konnte er sich augenzwinkernd die Bemerkung „Der Kinnbart ist zwar da, aber es passt wohl nicht so ganz“, nicht verkneifen. Denn er selbst trägt auch Bart. Ein wenig anders zwar und durchgehend grau... Dann ging das Paar durch den Stollen, erlebte die Erlebnisstationen und fuhr im Lift auf die Burg auf dem Klusenberg.

Beide sind im niederländischen Soest, das rund 400 Auto-Kilometer entfernt von Altena liegt, zuhause. Soest – wieder so eine Ähnlichkeit mit Westfalen – ist eine holländische Kleinstadt, dem Soest aus der Börde in der Schreibweise absolut gleich.

Bei einer Tasse Kaffee erzählten beide zuvor ein wenig aus der eigenen Familiengeschichte. Die hat der „Edle Herr van Altena“ erst kürzlich bis ins Jahr 1814 zurück verfolgt. Dann hätten die Kirchenbücher seiner Heimat nichts mehr hervorgebracht. Vom Vater und Großvater weiß Cornelius Jan van Altena aber, dass seine Familie in Teilen deutschstämmig ist. Auch die Partnerin hat enge Verwandte, die in Deutschland wohnen, leben und teilweise sogar ihren Ehepartner hier gefunden haben.

„Wir lieben das Sauerland“, sagt das Paar. „Wir haben ja keine Berge zuhause.“ Es wohnt zurzeit in einem Hotel in Unna und unternimmt von dort Abstecher in die ganze Region. Natürlich auch in die alte Freie und Hansestadt Soest. „In der Soester Börde haben wir uns sogar mal Spargel gekauft, irgendwo vor Paderborn“, sagt Cornelius Jan van Altena und lacht. „Spargel aus Soest, wo wir bei uns zuhause in den Niederlanden doch Experten in diesen landwirtschaftlichen Produkten sind.“

Die Stadt Altena haben die Zwei „schon mal vor vielen Jahren besucht“ und dabei auch vom Aufzugsprojekt gehört. „Wir haben davon ab 2012 immer wieder gesehen und gehört - sowohl im Fernsehen, als auch im Internet.“ Was wieder einmal bestätigt, wie wichtig diese Kommunikationswege für den Eventaufzug und seine Werbung weit über Landesgrenzen hinweg sind.

Der Blick von „meiner Burg ins Tal der Lenne“, so der Burgherr auf Zeit augenzwinkernd am Mittwoch hoch oben auf der Feste „ist einfach traumhaft.“ Beide nahmen sich ganz viel Zeit, die Burg, Museen und den Innenhof zu erkunden. „Sehenswert“, so ihr Urteil über die Burg und die Stationen.

Endlich wisse er, woher sein Familienname komme, sagte der 65-Jährige lachend vor dem Friedrichstor stehend. „Altena“ - so ließ es ihn ja Graf Dietrich höchstselbst auf einer der „Spielstationen“ auf dem Weg zum Aufzug wissen, komme von „allzunah“, womit die Nähe zur Burg Arnsberg gemeint war. Mit diesem Ritter- und Adelssitz verbanden den Märker Dietrich bekanntlich einst Familienbande bevor er am Ort – für den Arnsberger „allzunah“ – die Burg erbauen ließ.

Cornelius Jan van Altena hat, als er noch im Berufsleben stand, bei seiner Kommune in Soest, gearbeitet. Jetzt, als Pensionär, habe er viel Zeit und will deshalb auf jeden Fall mit seiner Partnerin noch einmal nach Altena kommen. „Wir wissen ja jetzt, wo unsere Burg steht“, so beide lachend. Und Cornelius Jan van Altena will auch dann wieder stolz jedem seinen Ausweis präsentieren - „egal, wer mich danach fragt.“ - von Johannes Bonnekoh

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare