Eine von 100 Schulen in Deutschland

Gymnasium im MK unterrichtet Glück 

Glück kann man ein Stück weit lernen - an einem Gymnasium im MK.
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Glück kann man ein Stück weit lernen - an einem Gymnasium im MK.

Auf dem Stundenplan: Mathe, Englisch, Deutsch – und Glück. Klingt kurios, wird aber an einem Gymnasium im MK unterrichtet. Nicht nur in einer Jahrgangsstufe.

Das letzte Fach klingt nicht nur gut und außergewöhnlich, es gibt es wirklich. Das Burggymnasium gehört jetzt zu insgesamt 100 Schulen in Deutschland, die dem Glück auf die Sprünge helfen und damit deutlich machen: Schule ist nicht nur für die Wissensvermittlung da, sondern bildet fürs Leben. Und dabei spielt Glück eine wichtige Rolle.

„Jeder ist seines Glückes Schmied“ heißt es so schön und würde im Rückschluss bedeuten: Glück kann man lernen? „Ja. Man kann davon ausgehen, dass 40 Prozent der Faktoren, die für Glück verantwortlich sind, veränderbar und lernbar sind“, sagt Jacqueline Hauke-Ludwig, die am Burggymnasium Latein, Geschichte, Erziehungswissenschaft unterrichtet und eine Weiterbildung zur Glückslehrerin macht.

das Burggymnasium in Altena

Los geht‘s mit „Kraftprotz“ ab Klasse 7

Das neue Fach ist eingebettet in ein großes Konzept zur Persönlichkeitsstärkung am BGA. Wohlbefinden in der Schule und weit darüber hinaus ist das oberste Ziel. Denn, so ist sich Jacqueline Hauke-Ludwig sicher, dies ist zugleich die Basis für die Freude am Lernen und für Erfolg. Unterstützung auf der ganzen Linie erfährt Hauke-Ludwig von Studiendirektorin Nadja Godefroid, die die Angebote der individuellen Förderung an der Schule koordiniert, und auch von Schulleiter Hans-Ulrich Holtkemper.

Am BGA ist man nicht einfach mit Glück gestartet: Jacqueline Hauke-Ludwig hat als Grundlage für den ersten Workshop „Kraftprotz“ eine Fortbildung zur Persönlichkeitstrainerin für Jugendliche absolviert. Der „Kraftprotz“ ist ein Baustein für das Glücksempfinden und wird den Schülern der Klasse sieben vermittelt. In diesem Alter stehen die Herausforderungen der Pubertät an, die sich häufig als große Belastung erweist. In einem entspannten Miteinander geht es beim „Kraftprotz“ darum, ein positives Selbstbild aufzubauen.

„Mastermind“ und Einführung in Psychologie

Tatsächlich sind alle Altersstufen im Blick: So lernen die „Glückskinder“ in der Erprobungsstufe ihre eigenen Stärken und Bedürfnisse sowie auch die ihrer Mitmenschen in den Blick zu nehmen und herauszufinden, was sie dafür tun können, um sich an ihrer neuen Schule wohlzufühlen. Der Workshop „Mastermind“ ist für die Sekundarstufe II, wenn der vertraute Klassenverband aufgelöst wird und die Jugendlichen vor neuen Herausforderungen stehen.

Jacqueline Hauke-Ludwig, „Glückslehrerin“ am Burggymnasium in Altena

Und in der Qualifikationsphase wird in Anbindung an das Fach Pädagogik der Projektkurs „Glück – Einführung in die positive Psychologie“ angeboten.

„Am Anfang von allem steht das Kennenlernen der eigenen Person, die Gefühle, die Bedürfnisse. Was ist mir wertvoll im Leben? Visionen und konkrete Ziele können formuliert werden, für die ich bereit bin, Energie aufzuwenden. Was man tatsächlich als eigene Haltung mitbringt, kann in den Blick genommen und zum positiven verändert werden. Zielsetzung ist, sich als der Gestalter seines eigenen Lebens zu begreifen“, sagt Jacqueline Hauke-Ludwig.

Große Nachfrage unter Schülern

Die „Glückskinder“ werden übrigens nicht benotet, während es beim Projektkurs in der Oberstufe Beurteilungen geben wird. „Das neue Angebot ,Einführung die positive Psychologie’ hat die Schüler sehr bewegt. Es gibt ein großes Interesse und manche machen sich schon Sorgen darüber, wie viele maximal den Kurs besuchen dürfen und zu den Glücklichen gehören“, freut sich Jacqueline Hauke-Ludwig über die positiven Rückmeldungen der Schüler. Sie selbst hat durchaus einen gesunden Respekt vor der Aufgabe, empfindet sich selbst als sehr glücklichen Menschen.

„Glück“ ist übrigens nicht Bestandteil des Fächerkanons. „Aber wir sind vom Schulgesetz dazu aufgefordert, alles zu tun, um die Entfaltung der Persönlichkeit zu fördern.“ Schule soll helfen, die Stärken der jungen Leute weiter zu stärken, anstatt nur auf Schwächen hinzuweisen.

Grundlage bietet Institut

„Friss oder stirb“: Generationen von Schülern haben diese Devise erlebt oder erleben müssen. „Bis Mitte der 90er Jahre war Begabtenförderung kein Thema“, sagt Nadja Godefroid. Heute gibt es Unterstützung bei Schwächen als auch bei Stärken gleichermaßen.

Grundlage für das Glück am Altenaer Burggymnasium ist die Pädagogik des Fritz-Schubert-Institutes für Persönlichkeitsentwicklung. Lebenskompetenz, Lebensfreude und Persönlichkeitsentwicklung sind die Kerninhalte, die das Glückskonzept in den Vordergrund stellt. Die Weiterbildung zur Glückslehrerin dauert für Jacqueline Hauke-Ludwig ein Jahr. Parallel zur Fortbildung wird das Glück bereits unterrichtet.

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