Burgaufzug: Land soll die Hauptkostenlast tragen

von Thomas Keim - ALTENA - Die Terminplanung des Fraunhofer-Instituts für den Aufzug zur Burg klingt erfreulich konkret: Ende Oktober 2011 würden die Maschinen anrollen, einen Monat später beginnt der Bau des Schachtes, der ein Jahr dauern wird. Für Mitte März 2013 stehen dann Abnahme und Inbetriebnahme des Aufzugs im Terminplan - das Millionenvorhaben wäre abgeschlossen, eine Investition von 5,7 Millionen Euro unter Dach und Fach.

Dabei gehen die Planer davon aus, dass nur zehn Prozent der Baukosten auf die Stadt und den Kreis entfallen, beide also jeweils rund 285 000 Euro zu tragen hätten. Und genau diese Größenordnung ist Grundlage eines „Vorratsbeschlusses“, der dem Bauausschuss des Märkischen Kreises am Mittwoch vorliegen wird und schließlich in den Kreistag gehen wird. Es soll angesichts des fortgeschrittenen Planungsstandes „eine eindeutige und formal noch ausstehende Willensbekundung“ herbeigeführt werden. Die Politiker im Kreistag sollen also ausdrücklich zu Protokoll geben, dass sie hinter dem Burg-Aufzug stehen.

Gleichwohl gibt es Unsicherheiten: Nach Gesprächen mit dem Wirtschafts- und dem Bauministerium, aber auch mit der Bezirksregierung Arnsberg, gibt es derzeit „keine verbindliche Zusage zur Förderung der Baukosten“ - so ist es in der Beratungsvorlage zu lesen.

Um zu vermeiden, dass Kreis und Stadt unversehens in eine tiefe Kostenfalle tappen, wird für den Beschluss durch den Kreistag vorausgesetzt, dass das Land tatsächlich 90 Prozent der Kosten springen lässt. Würde dieser Satz nicht erreicht, „dann müsste neu beraten werden“, hieß es gestern bei der Pressestelle des Märkischen Kreises.

Die Kreisverwaltung macht in der Sitzungsvorlage auch konkrete Angaben über die jährlichen Unterhaltungskosten, die bei 167 000 Euro liegen sollen. Nach den Berechungen des Fraunhofer-Institutes ist „mit einem nennenswerten Defizit nicht zu rechnen.“ Der Betrieb des Aufzuges würde sich demnach bereits rechnen, wenn jährlich 80 000 Besucher mitfahren, die je zwei Euro bezahlen. Die Fraunhofer-Planer rechnen bei ihrer Studie übrigens sogar mir 140 000 Besuchern pro Jahr.

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