Lärmgeplagte dürfen ins Hotel

Bei Meter 40,014: Stille Nacht am Burgaufzug

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Projektleiter Ulrich Henke vor der „Ortsbrust“. Das Schema für die nächste Sprengung ist schon angezeichnet.

ALTENA - Über die Weihnachtstage und Silvester wird die Burgaufzug-Baustelle im Stollen an der Lennestraße ruhen. Sie ruht bei Meter 40,014. So weit haben sich die Männer von Ulrich Henke in den Berg vorgearbeitet. Und sie haben dabei nicht nur den alten Stollen aufgeweitet, sie haben auch schon einmal „aus dem Vollen geschossen“.

Damit steht fest, dass die Truppen der Firmen Feldhaus und Deilmann-Haniel stramm marschiert sind. „Wir liegen gut einen Tag vor dem eigentlichen Zeitplan“, freut sich Bauleiter Ulrich Henke. Am Donnerstag wurde die erste Sprengung gezündet, mit der nicht mehr nur der vorhandene Stollen aufgeweitet und deutlich vertieft wird, sondern zusätzliche Meter in den bisher unversehrten Fels gemacht wurden. An der „Ortsbrust“, das ist die Stelle, wo die Arbeiten nach Neujahr weiter vorangetrieben werden, ist mit kräftiger Signalfarbe schon ein neues Sprengschema auf den Fels gesprüht worden. Es zeigt den erforderlichen Querschnitt und die Position der Bohrlöcher für die Sprengpatronen.

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Wie schon bei den allerersten Detonationen tastet sich der Sprengmeister wieder an die optimale Ladung heran. „55 Meter liegen im neuen Jahr noch vor uns“, weiß Ulrich Henke. Ein schönes Detail: Etwa auf halbem Weg in den Stollen haben die Arbeiter eine kleine Nische in den Fels geschlagen. Tannenzweige liegen darin. Hier wird nach dem Jahreswechsel die Statue der Hl. Barbara (Schutzpatronin der Bergleute) einen festen Platz bekommen. Derzeit steht sie noch in einem Fenster des Baubüros.

Tag und Nacht wurde in den vergangenen Wochen auf der Baustelle gearbeitet, ab 7. Januar geht es rund um die Uhr weiter. Nach entsprechender Schallmessungen hat der Kreis inzwischen die dazu erforderliche Genehmigung erteilt. Eine der Auflagen ist, dass einigen besonders betroffenen Anwohnern angeboten werden musste, nachts ins Hotel zu ziehen. Das habe die Stadt getan, teilte die Verwaltung gestern auf Anfrage mit. Von dem Angebot werde aber kein Gebrauch gemacht, die Anwohner könnten mit dem Baulärm leben.

von Thomas Keim

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