Burgaufzug ist Hollsteins Schicksalsfrage

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein.

ALTENA - 20 Tage noch – am 15. Dezember tagt der Regionale-Ausschuss, Verwaltung und Politik erhoffen sich an diesem Tag den dritten Stern für den Burgaufzug. Dessen Bedeutung für die Stadt wurde am Dienstag vom Bürgermeister einmal mehr betont. „Das ist in meinen Augen für die untere Lennestraße der große Wurf“, sagte er bei der Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes. Nur so könne die Revitalisierung dieses Teils der Stadt gelingen.

So weit also nichts Neues. Aber: Erstmals erklärte der Bürgermeister die Angelegenheit öffentlich zur ganz persönlichen Schicksalsfrage: „Ich lasse mich am Erfolg messen“, sagte er. Scheitere das Aufzugs-Konzept, „dann glaubt doch hier wohl niemand, dass ich noch einmal als Bürgermeisterkandidat antrete“. Hollstein ließ durchblicken, dass ihm genug andere Angebote vorlägen, er habe sich aber bisher ganz bewusst für sein Amt in Altena entschieden: „Hier lebt meine Familie, hier hat meine Partnerin ihre Firma“.

Bauphase in der Planung

Hollstein gab auch preis, dass sich die Verwaltung gedanklich schon auf die Bauphase des Burgaufzugs vorbereitet: Werde er genehmigt, dann müsse umgehend ein Konzept zur Nutzung der leerstehenden Läden in diesem Bereich her, sagte er. „Wenn der Aufzug in Betrieb geht, dann darf die untere Lennestraße nicht mehr so aussehen wie jetzt“. Hollstein erwähnte in diesem Zusammenhang auch, dass das Interesse an Immobilien in der Innenstadt wachse.

In seinen Ausführungen vor den CDU-Mitgliedern ging der Bürgermeister auch auf das Krankenhaus ein und bemühte dabei ein Bild aus der Medizin: Der Patient habe die Intensivstation inzwischen verlassen, die Genesung sei aber noch lange nicht abgeschlossen und Rückfälle könnten vorkommen. Hollstein führte es auf die Proteste im Sommer zurück, dass das Haus jetzt in einem Zustand sei, in dem es „eine Zukunft haben könnte“.

Etwas ausführlicher beleuchtete Christel Voßbeck- Kayser dieses Thema in ihrem Jahresbericht. Sie setzt große Hoffnungen in den neuen Geschäftsführer Franz-Jörg Rentemeister. Er habe es geschafft, Außenstände in Höhe von 600 000 Euro einzutreiben und Einsparungen von rund 120 000 Euro zu erzielen, indem Lieferanten gewechselt oder Verträge neu verhandelt worden seien. Als positives Signal wertet die Stadtverbandsvorsitzende auch die Aufwertung der Inneren Abteilung. „Dieser Kurs sollte nicht durch Einzelaktionen gestört werden“, sagte sie und bezog sich damit auf eine kritische Stellungnahme des SPD-Vorsitzenden Matthias Bergfeld. Fakt sei auf jeden Fall, dass das Haus auch über den 31. Dezember hinaus bestehen werde. Es seien auch keine Arbeitsverträge gekündigt worden.

Auslastung ist schwierig

Das Krankenhaus war der einzige Punkt, über den in der Versammlung diskutiert wurde: Er halte es für „verdammt schwierig, ein so kleines Haus in einer so kleinen Stadt wirtschaftlich zu führen“, sagte Ulrich Hins. In seinen Augen ist es bedenklich, dass die Chirurgie nur zu 50 Prozent ausgelastet sei – hier müssten sich Bürger und Ärzte fragen, ob sie wirklich konsequent zu ihrem Krankenhaus stünden.

von Thomas Bender

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