Burgaufzug: Baugrund wird erkundet

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Dirk Schlingermann und Niko Mühlenberg (r.) bei der Rammsondierung im ehemaligen Hinne-Haus.

ALTENA - Der ein oder andere Passant blieb gestern neugierig vor dem ehemaligen Haus Hinne an der Lennestraße stehen. Arbeiten hinter der Plane, die noch immer das schon komplett entkernte Gebäude umhüllt, waren nicht zu überhören.

Dirk Schlingermann und Niko Mühlenberg, Mitarbeiter des Ingenieurbüros CDM Smith aus Bochum, waren mit schwerem Gerät dabei, den Boden des Umfeldes rund um das künftige Burgaufzugs-Areals zu erkunden.

Noch in der letzten Woche hatten sie im Rahmen einer in Fachkreisen Rammsondierung genannten Arbeitsmethode auf dem Burghof ausgelotet, ab wann dort oben im Erdreich der Fels beginnt.

Die kleine schwere Arbeitsraupe, die auch an der Lennestraße eingesetzt wurde, ist Herzstück einer Untersuchungsmethode, die Baugrundaufschlussverfahren genannt wird. Hierbei wird eine Sonde mit festgelegter Energie in den Boden gerammt. Aufgenommen wird dabei von hochempfindlichen Messgeräten die Schlagzahl, die für eine festgelegte Eindringtiefe notwendig ist. Aus der Schlagzahl lassen sich bei jedem Boden Rückschlüsse auf die Lagerungsdichte ziehen.

Die Fachleute aus Bochum waren mit ihrer Arbeit auf der Burg zufrieden und schlossen auch gestern ihre Erkundungsarbeiten an der Lennestraße ab. Vermutlich müssen dabei Dirk Schlingermann und Niko Mühlenberg noch einmal in Altena vorbei kommen. Denn ganz einfach war die Baustelle nicht, auf der sie tätig waren.

Normalerweise genügt bei diesem Verfahren, an den Außenpunkten eines Gebäudes eine Rammsondierung vorzunehmen. An der Lennestraße gingen die Techniker aber auf Nummer sicher und trieben ihre Erkundungsstäbe auch noch im Gebäudeinnern an verschiedenen Messpunkten in das Erdreich. Grob über den Daumen gerechnet reichte ihnen dabei eine Bodentiefe von etwa je drei Metern, um ihre Untersuchungen abzuschließen. „Wir könnten aber auch 20 Meter oder tiefer gehen“, sagten die erfahrenen Fachleute.

Die Auswertung der Rammsondierung, die jetzt beim Baugrund des künftigen Burgaufzuges zum Einsatz kam, wurde in den späten 1990er Jahren nach einer DIN-Norm einheitlich geregelt. Zwar bleibt nach wie vor ein großer Spielraum für den Geotechniker in der praktischen Anwendung vor Ort und der Ergebnisauswertung. Doch so wird ausgeschlossen, dass zu viele Faktoren die Messergebnisse beeinflussen könnten.

Stadtplaner Roland Balkenhol: „Das war eine ganz normale Baugrunderkundung.“ Genaue Ergebnisse gibt es zwar noch nicht, aber mit wirklichen Überraschungen rechnet der Rathaus-Beamte nicht. Er ist bekanntlich Projektverantwortlicher für die Baustelle Burgaufzug, die voll im Zeitplan liegt.

von Johannes Bonnekoh

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