Kreis gibt „Hinweise“ zum Brandschutzkonzept

„Alles in Ordnung“ signalisieren diese Schilder. Sie sind der Nachweis dafür, dass eine Baugenehmigung vorliegt und werden vom Bauamt ausgestellt. Das darf auch seine eigenen Planungen absegnen.

ALTENA ▪ Beim Burgaufzug muss gespart werden – rund eine Million Euro über Plan lagen, wie berichtet, die Angebote für den Bau von Schacht und Stollen. Jetzt wird abgespeckt, unter anderem ist der Verzicht auf einen Teil der Betonauskleidung des Zugangsstollens im Gespräch.

Stellt sich die Frage, wer eigentlich kontrolliert, ob das alles technisch noch in Ordnung ist. Antwort: Die Stadt selbst. Sie ist „Bauaufsicht“ und damit für die Genehmigung von Neubauten zuständig – auch dann, wenn es um sehr komplexe Dinge geht, sie selbst der Bauherr ist und es im kleinen Altenaer Bauamt niemanden gibt, der sich mit Tunnelbauten wirklich auskennt. Salopp gesagt: Planung und Genehmigung liegen in einer Hand, Kontrolle durch Dritte ist nicht vorgesehen.

Ein solches Vorgehen sei üblich und in der Fachwelt auch unumstritten, weiß Marianne LeGans vom Bund deutscher Baumeister (BDB), der die Interessen von Architekten und Bauingenieuren vertritt. Die BDB-Geschäftsführerin verweist darauf, dass die Kommunen größere Maßnahmen in der Regel nicht selber planen, sondern Fachbüros hinzuziehen.

Das hat auch die Stadt getan: Die Deutschland-Niederlassung der international agierenden Firma CMD Smith Consulting erhielt den Auftrag, den Burgaufzug zu planen und später auch die Bauleitung zu übernehmen – logisch also, dass das Unternehmen ein Interesse an der Realisierung des Vorhabens hat und versucht, den Einsparwünschen der Stadt nach Möglichkeit Rechnung zu tragen.

Während die reinen Bauarbeiten alleinige Sache der Stadt sind, ist bei der Sicherheit der Kreis mit im Boot. Das Brandschutzkonzept für den Tunnel ist ihm inzwischen vorgelegt worden – und ist nach Informationen unserer Zeitung nicht akzeptiert worden. Im Kreishaus hält man sich dazu bedeckt. Von internen Abstimmungen zwischen zwei Behörden sprach Pressesprecher Hendrik Klein, räumte aber immerhin ein: „Es gab Hinweise an die Stadt“. Zu deutsch: Es muss nachgebessert werden – was aber bei Vorhaben dieser Größenordnung nach Kleins Angaben nicht ungewöhnlich ist.

Als Eigentümer der Burg und Mitfinanzier des Aufzuges sitzt der Kreis übrigens bei vielen der Baugespräche mit am Tisch – wirklich entscheiden kann er dort aber jenseits des Brandschutzkonzeptes nichts. Es sei denn, er käme in seiner Funktion als obere Bauaufsicht ins Spiel. Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt würde. Ganz aus dem Spiel ist die Bezirksregierung. Die ist zwar für den Bergbau zuständig, aber darunter falle nur der Abbau von Gestein, Kohle und Erzen, nicht aber der Bau von Tunneln und Stollen, erklärte Pressesprecher Christoph Söbbeler auf Anfrage. ▪ ben.-

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