Zahl der Burgbesucher mehr als verdoppelt

Selbst mit Gehhilfen ist es Gästen nun möglich, die Altenaer Burg zu besuchen. Der Aufzug ist mit seinen Erlebnisstationen zudem selbst ein Besuchermagnet.

Altena -  Der Burgaufzug übertrifft alle Erwartungen – auch beim Märkischen Kreis. Im ersten Halbjahr 2013 habe sich die Zahl der Burgbesucher im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, teilte Hendrik Klein von der Pressestelle auf Anfrage mit.

23 896 Besucher wurden im ersten Halbjahr des Jahres 2013 auf der Burg gezählt. Von Januar bis Juni 2014 warten es 56 245 Gäste in der Statistik, eine Steigerung rund 135 Prozent – und das, obwohl der Aufzug erst Ende April eröffnet wurde, also erst zwei „Aufzugs-Monate“ in die Statistik einflossen.

Tatsächlich setzte der Burg-Boom schon vor der Eröffnung des Aufzugs ein. Beispiel Januar 2014: 3564 Menschen waren in diesem Monat auf der Burg, im Jahr zuvor waren es nur 1713. Diese Zahlen könnten zwar auch vom Wetter beeinflusst sein, sagt Museumspädagogin Bernadette Lange. Es sei aber zu beobachten gewesen, dass die Burg schon vor Aufzugseröffnung an Bedeutung gewonnen habe – vielleicht auch wegen der überregionalen Beachtung, die das Projekt genossen habe.

Für Ingeborg und Norbert Jüttermann, die mit ihrem Enkel Jan die Burg besuchen, waren die Medienberichte Grund, mal wieder nach Altena zu fahren. Obwohl das Ehepaar Jüttermann in Lüdenscheid wohnt, müssen die beiden zugeben, schon seit „zig Jahren“ nicht mehr auf der Burg gewesen zu sein. Gruppen wie die Jüttermanns sieht man gerade in den vergangenen Tagen immer wieder im und am Aufzug – Großeltern mit Enkeln sind in den Ferien offensichtlich oft in Richtung Aufzug unterwegs. Zu ihnen gehört auch Fritz-Rudolf Draheim, der ehemalige Nachrodter Bürgermeister. Er ist mit drei Enkeln auf der Burg unterwegs und kann den begeisterten Kindern kaum folgen „Ich denke, dass diese Attraktion der Stadt richtig gut tut“, fasst er zusammen.

Der Kreis differenziert in seiner Statistik zwischen reinen Burgbesuchern und solchen, die auch die Museen besuchen. Gut die Hälfte der Gäste wollen, wenn sie denn auf der Burg sind, die ganze Ausstellung sehen. Diesen kostenpflichtigen „großen Rundgang“ haben im ersten Halbjahr 2014 genau 34 760 Besucher absolviert.

Bernadette Lange berichtet auch von einer veränderten Besucherstruktur. Es kämen vermehrt ältere Menschen zur Burg, viele davon würden dort Jugenderinnerungen auffrischen. Die Senioren kämen durchaus auch in „Busstärke“, hat sie beobachtet. Das ist ein Beleg dafür, dass Stadt und Kreis mit ihrem Aufzugskonzept richtig lagen: Es soll Stadt und Burg für den Burgtourismus und ältere Menschen attraktiver machen.

Renate und Wolfgang Schlitt aus Hannover sind zwar noch gut zu Fuß. Sie sind aber mit Mutter und Schwiegermutter Hildegard angereist – und die ist auf einen Rollator angewiesen. „Wir waren früher jährlich auf der Burg. Nur für meine Schwiegermutter war es dann fast unmöglich, zur Burg zu gelangen“, erzählt Renate Schlitt. Die Museen könne sie zwar noch immer nicht besuchen, aber durch den Aufzug komme sie zumindest in die Burg. „Sie freut sich, dass sie das hier wiedersehen und gemütlich im Burghof sitzen kann“, so Renate Schlitt.

Zufrieden äußerte sich gestern Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein: „Ich freue mich, dass der Erlebnisaufzug so einschlägt und auch die erhofften Steigerungen auf der Burg bewirkt.“ Kreis und Stadt seien auf dem richtigen Weg und müssten die Angebote jetzt konsequent weiterentwickeln.

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