Groschek im Berg

Architekt Klaus Hollenbeck (links) erklärt dem Minister die Planung für das Empfangsgebäude.

ALTENA ▪ An der Burgaufzugs-Baustelle gibt sich diese Woche die Prominenz die Klinke in die Hand: Am Montag lernten die dort tätigen Mitarbeiter von Deilmann-Haniel sogar ihren allerhöchsten Chef kennen. George B. Flumersfeld, Vorstandssprecher der in Kanada ansässigen Redpath-Gruppe, nutzte eine Dienstreise nach Europa dazu, sich vor Ort umzuschauen. Begleitet wurde er von den beiden Deilmann-Geschäftsführern Jochen Greinacher und Dirk Thöne. Deilmann-Haniel ist eine Tochter des international agierenden Bergbaukonzerns.

Am Mittwoch Nachmittag folgte dann Besuch aus Düsseldorf – NRW-Städtebauminister Michael Groschek (SPD) sah sich erstmals vor Ort um. Zusammen mit Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und Landrat Thomas Gemke legte er symbolisch den Grundstein für das sechs Millionen-Euro-Projekt.

Grundstein gelegt

Groschek zeigte sich bei seinem Besuch in Altena gut informiert, weitere Hinweise bekam er bei einem Gespräch im Rathaus. „Wenn man sieht, wie hier die Bevölkerungszahlen durch den Strukturwandel wegbrechen, dann jammern wir in Oberhausen wirklich auf hohem Niveau“, sagte er.

Um so wichtiger sei es, dass die Altenaer ihr Schicksal selbst in die Hand genommen hätten. Mit dem Burgaufzug sei ein „wohlüberlegter Ansatz“ auf den Weg gebracht worden, dem Groschek bei konsequenter, intelligenter Vermarktung „eine grandiose Zukunft“ prophezeite. Herausragend sei der lange Atem, den die Stadtspitze zeige und der große, parteiübergreifende Konsens bei allen Entscheidungen zum Stadtumbau. „Ich werde Altena nicht mehr aus dem Auge verlieren“, versprach der Minister und verband das mit dem Verprechen, bei Bahnchef Grube wegen des Bahnhofs zu intervenieren.

Maßnahme weiterhin im Zeit- und Kostenplan

Mindestens so wichtig wie die offiziellen Besuche ist das, was sich hinter den Kulissen tut. Am Montag traf sich der Hauptausschuss, um nicht öffentlich die nächste Entscheidung in Sachen Burgaufzug zu fällen. Diesmal galt es, die Elektroarbeiten zu vergeben – sie gehen an eine Firma aus Recklinghausen, die mit rund 550000 Euro das beste Angebot angegeben hatte. Es liegt etwas unter den kalkulierten kosten. Inzwischen seien etwa 60 Prozent der Aufträge vergeben, nach wie vor liege das Projekt deutlich im Kostenrahmen, sagte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein am Rande des Ministerbesuches. Auch der Zeitplan werde bisher eingehalten.

Am Dienstag reiste eine Delegation der Verwaltung nach Köln, um sich bei den Fachplanern das Edutainment-Konzept vorstellen zu lassen. Von den Plänen der Ausstellungsgestalter Hollenbeck Archikten und Projekt 2508 waren Hollstein und sein Team auf Anhieb überzeugt: „Das ist allenfalls noch Feinschliff nötig“, sagten sie. Allerdings heißt es Abschied zu nehmen von den viel zitierten virtuellen Rittern, die mit in den Aufzug drängeln – sie hängen jetzt außen dran.

Von Thomas Bender

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