In Altena rumort es

Bürger fordern Transparenz statt Stillschweigen

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250 Zentimeter tief ist das Loch im Burg-Innenhof. Hier wird der Aufzug ankommen.

ALTENA - Aus dem Rathaus gibt es nach der in der Ratssitzung vom 10. September verkündeten Erklärung zur ins Stocken geratenen Burgaufzugs-Baustelle bisher kein weiteres Wort. Dabei rumort es in der Stadt.

Grundforderung: Mehr Transparenz, die Altenaer möchten mitreden, zumindest informiert sein. So sagt ein Bürger beispielsweise: „Wir haben unserem Bürgermeister in den letzten Jahren immer zur Seite gestanden. Die Idee mit dem Burgaufzug war und ist gut. Aber nur unter den vorgegebenen und versprochenen Voraussetzungen. Wenn die nicht eingehalten werden, dann haben alle Kritiker dieser Welt eine Berechtigung. Die Opposition muss (...) die Vorgänge kritisch beobachten. Dafür ist sie da!“

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Geschickt hat die Verwaltungsspitze – so wurde es unserer Zeitung von führenden Lokalpolitikern bestätigt – alle Parteien durch ihre Fraktionsvorsitzenden mit ins „Boot des Schweigens“ genommen. Die Informationen zur Neuausschreibung der Baustelle seien zwar umfassend und offen gewesen, da sie aber in nichtöffentlicher Sitzung auf den Tisch kamen, sei man an das absolute Schweigegebot gebunden.

Chef-Burgaufzugs-Kritiker Wilfried Bracht sprach bereits von einer „schallenden Ohrfeige für die Altenaer SPD und die gesamte Altenaer Opposition.“ Er sieht sich in seiner Kritik am Millionen-Projekt bestätigt und verlangt „Transparenz und Aufklärung.“

Diese Schelte ihres ehemaligen Fraktionsvorsitzenden will die SPD nicht auf sich sitzen lassen: Ratsfrau und Fraktionschefin Irmgard Ibrom wird am Freitag, 5. Oktober, über das Ergebnis einer außerordentlichen Fraktionssitzung der Sozialdemokraten berichten, die sich tags zuvor ganz allein mit dem Thema Kostenrahmen Burgaufzug, zweite Ausschreibung, Planänderungen zum Bau sowie Qualität und Kosten, befassen wird.

Jörg Kempfer, Sprecher der Linken in Altena, appelliert ebenfalls an Stadtspitze und Rat, den Bürger über den neuen Sachstand zu informieren. „Transparenz muss her, und zwar jetzt! Schließlich geht es um die Zukunft unserer Stadt.“

von Johannes Bonnekoh

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