Aufzug: Schwarze Null bei 70.000 Gästen

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Kundschaft im : Weil die laufenden Kosten höher als erwartet sind, müssen jährlich rund 70 000 Menschen mit dem Aufzug fahren. - Foto: Keim

Altena - Die Betriebskosten für den Burgaufzug liegen deutlich über den bisher angenommenen Werten. Das zeigt ein Blick in den Haushaltsplanentwurf für 2015. Wichtigste Aussage: Der Aufzug schreibt eine schwarze Null – wenn ihn 70 000 Menschen pro Jahr benutzen.

479 000 Euro kostet der Aufzugsbetrieb nach der Kalkulation der Verwaltung im kommenden Jahr. Den dicksten Batzen machen die Personalausgaben aus, dafür sind 152 000 Euro vorgesehen. Damit liegen sie fast doppelt so hoch wie bisher angenommen. „Für den laufenden Betrieb (ist) von Personalaufwendungen von rund 80 000 Euro auszugehen“ hieß es vor zwölf Monaten während der Haushaltsplanberatungen für das laufende Jahr.

Mit der hohen Besucherzahl kann der gravierende Anstieg kaum in Verbindung stehen: Nur in seltenen Ausnahmefällen sitze mehr als eine Mitarbeiterin an der Kasse, betonte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein in der letzten Sitzung des Stadtplanungsausschusses. Stadtkämmerer Stefan Kemper ergänzte am Dienstag, dass noch Teile der Gehälter von Stadtplaner Roland Balkenhol und anderer Mitarbeiter des Bauamtes auf dieser Position verbucht würden, weil sie auch im kommenden Jahr noch Arbeitszeit für den Aufzug investieren müssten, zum Beispiel für die Abrechnung.

Auf 146 000 Euro schätzt der Kämmerer die Sachkosten, die im kommenden Jahr anfallen werden – vergangenes Jahr war er noch von 71 000 Euro ausgegangen. Auch dieser Ausgabenblock hat sich damit in etwa verdoppelt. Das liegt zum Teil an der starken Frequentierung, weil aus dieser Haushaltposition auch die Mehrwertsteuer bezahlt wird, die an das Finanzamt weitergereicht wird. Zu berücksichtigen sei auch, dass die hohen Benutzerzahlen zu höheren Kosten für Wartung und Reinigung führten, argumentiert der Bürgermeister.

Dritter großer Kostenblock: die Abschreibungen. War die Verwaltung bisher von rund 70 000 Euro ausgegangen, so stehen jetzt 117 000 Euro im Etat. Allerdings ist das ein eher zu vernachlässigender Posten, weil diese Ausgabe (wie in Bilanzen üblich) dadurch in etwa gedeckt ist, dass Zuschüsse und andere Drittmittel als Sonderposten geführt werden, der während der Abschreibungsdauer sukzessive aufgelöst wird. Das führt 2015 zu bilanziellen Erträgen von 109 000 Euro.

Wichtigste Einnahmequelle sind natürlich die Eintrittsgelder. Die Verwaltung rechnet mit 70 000 Besuchern und Einnahmen von 287 000 Euro. Aus Verkäufen im Aufzugsshop erwartet sie 37 000 Euro, 46 000 Euro werden durch den Verkauf von Eintrittskarten für die Burgmuseen erwartet – ebenfalls ein durchlaufender Posten, weil dieses Geld an den Kreis weitergereicht wird.

Unterm Strich halten sich Ausgaben und Einnahmen die Waage – bei 70 000 Besuchern. Kämen „nur“ 48 000, dann sänken die Einnahmen auf unter 200 000 Euro. Dass dann der Aufwand für Personal und Betrieb in gleichem Umfang zurückgehen würde, lässt sich mit den Zahlen im Etat allerdings nicht belegen. Das bedeutet, dass ein kostendeckender Betrieb mit deutlich weniger als 70 000 Fahrgästen kaum möglich sein dürfte. Damit hatte die Verwaltung aber stets argumentiert, als das Projekt in der Planungsphase auf vereinzelte Kritik stieß.

Von Thomas Bender

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