Burg-Nachbarn verärgert

Ausnahmereglungen für Anwohner gibt es in diesem Jahr nicht mehr.

ALTENA ▪ „Aus meiner Sicht müsste da eine Ausnahmeregelung gefunden werden“ – Hartmut Gehenio, Anlieger der Fritz-Thomée-Straße, ärgert sich über die während des Mittelalterfestes drohende Vollsperrung der Straße. Von Thomas Bender

Bisher galt bei Großveranstaltungen auf der Burg, dass Thomée- und Klusenstraße zwar gesperrt waren, die Anwohner aber passieren durften. Sie mussten sich an den Absperrungen dementsprechend ausweisen. Damit ist jetzt Schluss: Die Sperrung gilt für alle, auf den Straßen wird während der Veranstaltung absolutes Halteverbot herrschen. Die Anwohner müssen also woanders parken, wenn sie keine Garage oder einen Stellplatz auf ihrem Grundstück haben.

Dass die Stadt so rigide Beschränkungen verhängen darf, ergibt sich aus der Straßenverkehrsordnung: „Die Straßenverkehrsbehörden können die Benutzung bestimmter Straßen oder Straßenstrecken aus Gründen der Sicherheit oder Ordnung des Verkehrs beschränken oder verbieten. Das gleiche Recht haben sie (....) hinsichtlich der zur Erhaltung der öffentlichen Sicherheit erforderlichen Maßnahmen“, heißt es dort. „Schon im vergangenen Jahr war klar, dass es so nicht mehr geht“, sagt Rainer Hoffmann vom Ordnungsamt. Beim Mittelalterfest 2010 habe man sogar abschleppen müssen, damit Rettungsfahrzeugen im Notfall die Durchfahrt möglich gewesen sei. Hinzu komme, dass sich reger Autoverkehr und die vielen Fußgänger, die beim Fest zur Burg unterwegs seien, nicht miteinander vertrügen – „schon gar nicht, wenn da dann auch noch geparkt wird“.

Ausdrücklich wies Rainer Hoffmann darauf hin, dass die Sperrung nur für die Zeit des Festes gilt. Spätabends und in den Morgenstunden könnten die Anlieger durchaus zu ihren Häusern fahren.

Hartmut Gehenio betont, dass sich seine Kritik nicht gegen die Veranstaltung richtet: „Ich bin sehr für das Mittelalterfest.“ Ihn ärgert nur die Art und Weise: Vor einer solch‘ gravierenden Entscheidung hätte er erwartet, dass die Stadt das Gespräch mit den Anliegern suche, sagte er. Stattdessen habe er morgens beim Zeitunglesen erfahren müssen, dass bereits Tatsachen geschaffen wurden.

Immerhin wird die von Gehenio eingeforderte persönliche Unterrichtung der Anlieger von Thomée- und Klusenstraße in Kürze erfolgen: Die Briefe sollten gestern zur Post gehen.

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