Burg-Kanone ergänzt Krupp-Schau

Als Leigabe steht die Kanone vom Burghof derzeit im Ruhrmuseum. Bis zum 4. November läutt die Ausstellung.

ALTENA ▪ Nein, C/64 steht nicht mehr im Depot. Und C/64 ist auch nicht „kaputt repariert“ worden. Die alte preußische Kanone aus den Beständen des Burgmuseums macht momentan im Rahmen der Ausstellung „Mythos Krupp“ zum 200-jährigen Bestehen der Firma Karriere in Essen.

Stephan Sensen, Leiter des Museums, konnte am Montag Licht ins Dunkel bringen, was den Verbleib des Geschützes angeht. Und er hatte auch eine schlechte Nachricht: Die Kanone wird nicht zur Burg zurückkehren – aber sie soll, ähnlich wie die jüngst ausgelagerten Kutschen, die Burgstadt möglichst wiedersehen.

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Das jedenfalls sehen die Pläne vor. Als „ideale Lösung“ bezeichnet es Sensen, wenn es gelänge, das Geschütz im Eingangsbereich zum Burgaufzug an der Lennestraße unterzubringen. Diese Überlegung sei auch von der Stadt Altena begrüßt worden. Erst wenn sich das als nicht möglich heraus stellt, komme eine Weitergabe an ein anderes Museum in Betracht. „Wir möchten natürlich nie ein Stück weg geben“, so Sensen weiter. Deshalb komme bei dieser Lösung auch nur eine Dauerleihgabe in Betracht.

Auf der Burg sei es jedenfalls nicht mehr möglich, die Kanone wie gehabt zu zeigen. Die Witterung habe dem Geschütz in all den Jahrzehnten einfach zu sehr zugesetzt. Und die Kanone in einen Raum zu bringen, scheitere letztlich am Gewicht von etwa 1600 Kilogramm und an statischen Problemen. „Die ginge uns durch die Decken.“

Es sei schon geraume Zeit her, dass das Ruhrmuseum wegen der Kanone angefragt hatte. Von dem Modell gebe es nur noch „eine Handvoll“, berichtet Sensen, der sich im Übrigen über eine „glückliche Fügung“ freut. Das Ruhrmuseum habe nämlich bereits aus seinem Etat für eine Teilrestaurierung der Kanone gesorgt. „Mit eigenen Mitteln wäre das im Moment nicht möglich gewesen.“

Sensen macht darauf aufmerksam, dass es auch wichtige Aufgabe eines Museums sei, seine Ausstellungsstücke vor dem Zerfall zu bewahren. ▪ Von Thomas Keim

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