Burg Holtzbrinck wird vor Umbau erkundet

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Guckloch für Planer und Forscher: Michaela Wortmann und Roland Balkenhol zeigen eine Rigipswand, die geöffnet wurde, um den Zustand des ursprünglichen Mauerwerks zu untersuchen.

Altena - Auch wenn es so aussieht: Der Umbau der Burg Holtzbrinck hat noch nicht begonnen. „Wir müssen zunächst einmal den Status quo feststellen“, erklärten am Mittwoch Stadtplaner Roland Balkenhol und Michaela Wortmann aus dem Lüdenscheider Architekturbüro KKW.

Vor gut 40 Jahren kaufte die Stadt den Adelssitz und ließ ihn zum Bürgerzentrum umbauen. Was damals gemacht wurde, sei leider nicht besonders gut dokumentiert worden, bedauert Roland Balkenhol. Deshalb gelte jetzt die alte Baustellen-Weisheit „Vor der Hacke ist es dunkel“, scherzt Architektin Wortmann.

Noch beschränken sich die Untersuchungen auf den Flügel, in dem einst die Hausmeisterwohnung und andere Nebenräume untergebracht waren. Dort soll der Umbau beginnen, wenn der Stadtentwicklungsausschuss Ende März grünes Licht dafür gegeben hat.

Komplett neue Toilettenanlage

Geplant ist, in diesen Trakt eine komplett neue Toilettenanlage einzubauen. Auch die Künstlergarderobe, ein Stuhllager und andere Funktionsbereiche sollen dort untergebracht werden. Dieser Bauabschnitt tangiere den Betrieb in der Bürgerburg kaum, er könne ganz normal weiterlaufen, versichert Balkenhol.

Im zweiten Abschnitt verschwinden dann die bisherigen Toiletten. Ziel der Maßnahmen ist es nämlich auch, die Burg Holtzbrinck für größere Feiern und Tagungen nutzbar zu machen. Dazu reicht die kleine Teeküche, die es bisher gibt, nicht aus. Die Bürgerburg wird zwar keine Profi-Küche bekommen, wohl aber einen Bereich, in dem Caterer auch größere Mengen an Speisen anrichten können.´

Bürgerburg wird Barrierefrei

Der dritte und letzte Bauabschnitt beschäftigt sich dann auch mit dem großen Saal, in den unter anderem eine Veranstaltungstechnik eingebaut werden soll, die auf der Höhe der Zeit ist. Außerdem soll die Bürgerburg in diesem Zuge barrierefrei werden: Sie wird (vermutlich im Treppenhaus) einen Aufzug bekommen.

Mächtiger Eichenbalken unter dem Fußboden.

Auch die Gebäudetechnik ist überholungsbedürftig. Das gilt nicht nur für die Heizung und die Elektrik: „Im großen Saal gibt es eine Belüftungsanlage, von der keiner weiß, seit wann sie schon nicht mehr funktioniert“, berichtet Balkenhol.

Die grobe Planung war auch Grundlage für einen Förderantrag an das Land. Er geht von förderungsfähigen Kosten in Höhe von rund 750.000 Euro aus – Genaueres wisse man natürlich erst, wenn die Planungen abgeschlossen sind, schränkt Balkenhol ein. Und mit denen kann Michaela Wortmann eigentlich erst dann richtig loslegen, wenn sie weiß, wie es hinter Rigipswänden und unter uralten Dielen aussieht.

Originalen Eichenbalken freigelegt

Dazu wurden an verschiedenen Stellen Böden, Wände und Decken geöffnet. Zum Beispiel im Badezimmer der ehemaligen Hausmeisterwohnung – unter den Fliesen fand sich eine Bruchsteinwand. Einen mächtigen Eichenbalken legten die Handwerker im Fußboden der Künstlergarderobe frei. Der dürfte noch original sein, während der daneben neueren Datums ist.

Die Einblicke in das Gemäuer sind nicht nur für die Planer wichtig: Am Donnerstag kommt das Denkmalamt, um zu untersuchen, ob vor dem Baubeginn weitergehende Untersuchungen zur Architekturgeschichte des im Kern vor knapp 400 Jahren errichteten Gebäudes erforderlich sind.

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