Burg Holtzbrinck: Kosten für Nutzung weiter unklar

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Fleißiger Helfer: Der Iraker Mi-Coburi Humam arbeitet ehrenamtlich die Windläden an der Burg Holtzbrinck auf.

Altena - Noch immer ist unklar, was Vereine und Gruppen zahlen sollen, wenn sie künftig die Bürgerburg nutzen wollen. Dort wird derzeit wieder gearbeitet.

Eine neue Benutzungs- und Gebührenordnung für die Bürgerburg gibt es immer noch nicht. Diese Aufgabe solle der neu zu wählende Rat, der dafür zuständig ist, als eine der ersten Arbeitsaufgaben erledigen.

Das sagte  auf Anfrage Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (CDU). Es habe weder für die Verwaltung noch für die Parteien Sinn gemacht, die bereits seit 2012 im Gespräch befindliche Neufassung der Gebührenordnung noch in der letzten Ratssitzung dieser Legislaturperiode im Juni durchzupeitschen. 

Erstmal keine Kosten für Nutzung

Bedingt durch die Corona-Pandemie seien alle Veranstaltungen seit dem Frühjahr ausgefallen. Erst seit Kurzem seien wieder Trauungen in der Burg Holtzbrinck möglich. 

Der Seniorenrat hatte sich Sorgen bezüglich der künftigen Nutzung der Bürgerburg gemacht.

Tanja Jäker (Hauptamt), die für die Erarbeitung der Benutzungs- und Gebührenordnung im Rathaus zuständig ist, arbeite aber an dem Papier und lege es als Entwurf im Herbst dem neuen Rat vor. Bis dahin sollen weiterhin keine Nutzungs-Entgelte erhoben werden.

Fensterläden werden restauriert

Derweil arbeitet Karsten Wolfewicz, Hausmeister an der Bürgerburg Holtzbrinck, zurzeit mit zwei Flüchtlingen daran, die obere Reihe der hölzernen Windläden an der komplett renovierten Burg Holtzbrinck zu sanieren. 

Bereits im vergangenen Jahr hatte er alle Fensterläden und Türen im Erdgeschoss der Immobilie neu gestrichen und aufgearbeitet. Damals hatte er damit begonnen, mit einem kleinen handwerklichen Kniff dafür zu sorgen, dass Regenwasser künftig rückstandsfrei an den Windläden abfließen kann und sich nicht in den Fugen festsetzt. 

Das führt nämlich unweigerlich langfristig zu Fäulnisschäden. Wolfewicz ist der Firma Ralf Tigges sehr dankbar, die mittels Steiger alle Holzläden aus luftiger Höhe abmontierte, sodass sie jetzt am Boden bearbeitet werden können. 

Flüchtlinge helfen ehrenamtlich

Momentan ist Mi-Coburi Humam, ein junger Mann aus dem Irak, dabei, die verwitterten Hölzer mit einer kleinen Maschine abzuschleifen und dann fachgerecht auszuspachteln. „Dann streichen wir alles wieder in den vom Denkmalamt vorgegebenen Farben Grün und Weiß“, sagt Wolfewicz. 

„Ich habe schon zuhause mit Holz gearbeitet. Das liegt mir“, sagt Mi-Coburi Humam. „Wenn man bedenkt, wie die ganze Bürgerburg am Ende wieder aussehen wird, macht es mir schon Freude, einen kleinen Beitrag dazu zu leisten“, sagt der junge Mann. 

Wolfewicz und seine Helfer haben mit Sicherheit „noch einige Wochen zu tun. Es kommt darauf an, sorgfältig zu arbeiten. Dann haben wir nach Abschluss der Arbeiten gewiss lange Ruhe“, erklärt der Hausmeister. 

Preiswerter als Fremdvergabe

„Und manchmal sieht man auch erst, wenn die Windläden auf unseren Malerböcken liegen, dass das Holz an einigen Stellen durchgefault ist. Das ersetzen wir dann natürlich auch.“ 

Zu den dabei entstehenden Kosten wollte sich Wolfewicz nicht äußern. „Es kommt die Kommune aber sehr viel preiswerter, als wenn wir es vergeben hätten. Auch wenn wir natürlich keiner Firma einen Auftrag wegschnappen wollen. Nur: Alles ist Handarbeit. Und das wäre schon richtig ins Geld gegangen. Meine Schützlinge sagen zudem: Durch unsere Arbeit können wir auch Altena ein klein wenig zurückgeben“, sagt Wolfewicz. 

Beide, Mi-Coburi und sein Kollege Marek, fühlten sich am Ort wohl und gut aufgenommen. „Da schließt sich für mich der Kreis. Das ist alles ein Geben und Nehmen. Ich bin dankbar, das sie mir helfen – und das Ergebnis kann sich sehen lassen."

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