Es geht voran....

Burgaufzug: zwei Meter „weggeschossen“

+
Mit diesem Fahrkorb geht es für drei Mann hinunter in den Schacht. Jeden Tag wird die Strecke ein bisschen länger.

ALTENA ▪ Man sieht sie nicht, man hört sie. Wer derzeit den Burghof betritt, wundert sich oft über das Dröhnen starker Bohrhämmer, das aus dem Nichts zu kommen scheint. Das Nichts befand sich am Mittwoch in fast sieben Metern Tiefe unmittelbar an der westlichen Mauer des oberen Burghofes.

Eine schwere Rahmenkonstruktion reckt sich dort fast fünf Meter in die Höhe. Sie hält einen Fahrkorb, mit dem drei Personen in den künftigen Aufzugsschacht hinab gelassen werden können. Dort unten, wo am unteren Ende des so mit Spitzbeton ausgekleideten Vorschachtes der nackte Felsen ansteht, leisten sie schwere Arbeit. Und staubige – das zeigen ihre Schutzanzüge, aber auch die grau-bräunliche Staubschicht auf ihren Gesichtern.

Mit Bohrhämmern treiben sie Löcher in die Grauwacke, die schon bald die Patronen für die nächste Sprengung zur Aufweitung des Schachtes aufnehmen werden. Normalerweise kann mit Wasserunterstützung gebohrt werden, aber nicht hier oben. „Das liegt am Gebräch“, erklärt Fahrhauer Jürgen Jeske. Das Gestein sei hier oben auf den ersten Metern noch zu klüftig und zu wenig massiv, um mit Bohrspülung arbeiten zu können, die Löcher würde man nämlich anschließend nicht frei bekommen. Deswegen ohne Bohrspülung, deswegen staubt’s ordentlich.

Zwei Meter Gestein hatten die Männer der Firma Deilmann-Haniel am Mittwochmittag schon „weggeschossen“. Nach einer ersten Probesprengung am Freitag wird auf der Höhe der Wulfsegge nun seit Montag regelmäßig gesprengt. Wenn alles rund läuft, werden in zwei Schichten vier Sprengungen geschafft. Das zuvor durch die aufwärts arbeitende Raise-Bohrmaschine geschaffene durchgehende Loch hinunter bis zur Lennestraße erweist sich dabei als problemloser „Entsorgungskanal“. Das gelöste Gestein kann recht einfach auf Lennestraßen-Niveau abgefahren werden.

Burgaufzug in Altena schreitet voran

Um den Aufzugschacht auf das Endmaß von 3 Meter mal 3,60 Meter zu bringen, wird auf der Burg gewissermaßen in zwei Abschnitten gesprengt, um die Erschütterungen in einem verträglichen Maß zu halten. Zunächst wird mit 24 Sprenglöchern der „Innenkranz“ geschossen, dann der mit 34 Sprenglöchern angelegte, rechteckige Außenkranz. Der maximale Erschütterungsgrad darf dabei 9,2 Meter pro Sekunde nicht überschreiten. Überprüft wird das durch seismologische Messgeräte, die auf der Burg, im Stollen und im Baubüro Lennestraße untergebracht sind. ▪ Thomas Keim

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare