Burg Altena als schicke Cartoon-Kulisse

ALTENA - Macht die Burg auf der Wulfsegge nicht nur als Kulisse für Ritterfeste, sondern auch als Hintergrund für kleine Märchen eine gute Figur? Ja, meint der Zeichner Stephan Höstermann.

Der 50-Jährige betreibt in Esens an der ostfriesischen Küste ein Cartoon- und Designstudio. Darin entstehen Motivserien wie „Voll Schaaf“, „Itschi Igel“ oder „Möve Emma und Konsorten“. Oft spielen Tiere eine freche Hauptrolle in Höstis Cartoons. Erst vor kurzer Zeit hat sich der Zeichner an eine neue Serie begeben, die bekannte Märchen aufnimmt. Der „Froschkönig“ zum Beispiel zeigt eine von Lippenstiftspuren übersähte Unke und lässt den Betrachter zugleich an den allzu menschlichen Gedanken des Amphibiums teilhaben: „Manche Frauen glauben einfach alles“, sinniert da der Frosch über den gescheiterten Versuch einer Unbekannten, ihn zum Prinzen zu küssen.

Für die Altenaer und alle Fans der Burg hält die Serie, zu finden über die Netzwerkplattform Facebook, eine hübsche Überraschung bereit: Wer sich das Motiv „Rumpelstilzchen“ ansieht, wird über ein sehr bekanntes Bauwerk stolpern, das malerisch den Bildhintergrund ziert. Ganz eindeutig die Burg Altena thront da auf einem steilen Bergrücken, in künstlerischer Freiheit allerdings seitenverkehrt dagestellt.

Wie nun findet die wohl bekannteste Burganlage Westfalens Eingang in die Arbeit eines friesischen Cartoonisten? Das AK ist der Frage nachgegangen; und Stephan Höstermann gab bereitwillig Auskunft. Eine Auftragsarbeit für ein Altenaer Unternehmen habe dafür gesorgt, dass er die Burg kennenlernte, sagt Höstermann. Ein Standort in Friesland, einer in der Burgstadt – deren Verbundenheit sollte grafisch dargestellt werden. Die Lösung: Höstermann zeichnete einen Leuchtturm, der die Burg anstrahlt. Das Motiv landete schließlich auf T-Shirts für die Belegschaft.

Einmal als digitale Airbrush-Zeichnung angelegt, bot sich die malerische Burg nahezu an, als „Hösti“, so Höstermanns Spitzname, sich vor etwa drei Monaten daran machte, die Märchenwelt ein wenig aufzumischen. „Die Burg ist einfach sehr schön“, schwärmt der Zeichner. Vom klassischen Rumpelstilzchen bleibt allerdings in seiner Fassung nicht sehr viel übrig. Das Männlein fällt rücklings eine Klippe herunter, eine fesche junge Frau spricht die bekannte Verballhornung des Satzes aus dem Grimm’schen Märchen: „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelheinzchen stieß.“ Die Burg selbst kennt Höstermann bisher übrigens nur von Fotos. Das soll aber nicht so bleiben, der Zeichner hat sich vorgenommen, die Anlage zu besuchen. „Das wird garantiert passieren.“

von Thomas Keim

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