Auf Burg Altena

Holzwurm nagt am Elch

Drei Männer braucht der Elch: Stefan Graßing, Jens Münchhoff und Torsten Fuß (von links) wuchten den Elchkopf ins Museum auf der Burg Altena.
+
Drei Männer braucht der Elch: Stefan Graßing, Jens Münchhoff und Torsten Fuß (von links) wuchten den Elchkopf ins Museum auf der Burg Altena.

Der Holzwurm hat sich am Elch auf Burg Altena zu schaffen gemacht. Also musste er ins Tal. Eine Aufgabe für drei kräftige Männer.

Altena – Er ist ein Hingucker für die Besucher der Museen auf der Burg: der majestätische Elchkopf, der im Treppenaufgang des Neuen Palais hängt. Jetzt ist er wieder an seinem Platz.

Bei einem routinemäßigen Rundgang durch die Ausstellung bemerkte Restaurator Holger Lüders eine brüchige Stelle an der Aufhängung der Jagdtrophäe mit dem gewaltigen Geweih. Um weiteren Schaden zu verhindern und den Elchkopf dauerhaft zu erhalten, kam er in die Restaurierungswerkstatt im Deutschen Drahtmuseum unterhalb der Burg. Dort wurde die von einem Holzwurm zerfressene Aufhängungsplatte mit einem Kunstharz gefestigt und anschließend ein Riss und die herausgebrochenen Stellen gekittet.

Dtrei Männer für 30-Kilo-Koloss

Um einer weiteren Ausbreitung des Risses zuvorzukommen, brachte ein Schlosser auf der Rückseite der Platte zwei Metallbänder als stärkende Verbindung an. Leonie Cerni, zurzeit Freiwillige in der Denkmalpflege bei den Museen, unterstützte den Restaurator bei den Reinigungs- und Konservierungsarbeiten.

In einer gemeinsamen Aktion, bei der die drei Mitarbeiter der Burgwerkstatt Stefan Graßing, Jens Münchhoff und Torsten Fuß kräftig mit anpackten, kam das rund 30 Kilogramm schwere Ausstellungsobjekt jetzt zurück an seinen angestammten Platz. Bei einer Geweihbreite von 1,25 Metern und einer Kopflänge von 90 Zentimetern passt es gerade in das Fahrzeug.

Tierischer Schwede und Amethyst aus Uruguay

Wer sich darüber wundert, was ein schwedischer Elchkopf in einem Rundgang zur Geschichte des Märkischen Sauerlandes zu suchen hat, hat durchaus recht. Landrat Fritz Thomée, dem 1916 nach dem Umzug des Museums auf die Burg deutlich mehr Platz zur Verfügung stand, beschrieb das Problem seinerzeit so: „Ich hatte eine Burg zu füllen.“

Thomée organisierte viele Objekte, die er für die Museen auf der Burg für geeignet hielt, die aber mit dem regionalgeschichtlichen Ansatz wenig zu tun hatten. Welche Blüten dieses Vorgehen trieb, zeigt dieser Ausstellungsbereich. Neben dem präparierten Elchkopf ist dort auch ein Amethyst aus Uruguay zu sehen.

Museen: Hoffen auf Öffnung im Juni

Nachdem Elche seit der Mitte des letzten Jahrhunderts in Deutschland als ausgestorben galten, sind sie wieder zurück. Inzwischen haben sich einige wieder in Brandenburg angesiedelt. Damit steht der Elch auf der Burg nun auch für die aktuelle Tierwelt Deutschlands und wartet jetzt darauf, möglichst bald wieder von möglichst vielen Besuchern bewundert zu werden.

Wann das so weit ist, ist derzeit noch unklar. Wann die Burg – ebenso wie das Deutsche Drahtmuseum und die Luisenhütte in Balve-Wocklum – wieder für Besucher öffnen. „Wenn die Bundesnotbremse für den Märkischen Kreis wegfällt, brauchen wir etwa zwei Wochen zur Vorbereitung“, sagt Mathis Schneider von der Pressestelle des Kreises auf Nachfrage.

Terminpflicht in Museen

Museen dürfen bei einer stabilen Wochen-Inzidenz von unter 100 auf fünf aufeinanderfolgenden Werktagen wieder öffnen. Derzeit deutet sich an, dass dies bald zutreffen könnte. Die Inzidenz sinkt stetig. Setzt sich der Trend fort, „könnten wir wieder im Juni die Museen öffnen“, hofft Schneider.

Bei der Vorbereitung werde der Kreis auf die bestehenden Hygiene- und Schutzkonzepte für die Museen zurückgreifen, diese müssten aber mit Blick auf Testpflicht und Freiheiten für Geimpfte und Genesene den neuen Regeln angepasst werden. Klar ist aber bereits, dass Besucher für Burg, Drahtmuseum und Luisenhütte vorab Termine buchen müssten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare