Zu bunt für den Breitenhagen?

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Etwa ein Dutzend unterschiedliche Farbtöne an einem Haus – das findet manch einer überfrachtet. Von der „Villa Kunterbunt“ ist im Zusammenhang mit dem Anstrich des Hauses Mozartstraße 4 bereits die Rede.

Altena - „Grau gibt es in dieser Stadt genug“, findet Joachim Effertz, der Vorstand der Altenaer Baugesellschaft (ABG). Bei der Neugestaltung eines Hauses an der Mozartstraße ließ er deshalb tief in diverse Farbtöpfe greifen. Herausgekommen ist dabei ein Anstrich, an dem sich die Geister scheiden.

Von Thomas Bender

Lila, grün, ocker, braun – kaum eine Farbe, die sich auf der Hausfassade nicht wiederfindet. Aufgetragen wurde dieser Potpourri in etwa zehn Zentimeter breiten Streifen, die irgendwie – an die „Badehose“ an der Lüdenscheider Straße erinnert, so ein Kommentator bei Facebook. In der Gruppe „Du bist Altenaer, wenn...“ wird seit einigen Tagen über die Farbwahl diskutiert, die Tendenz über die „Villa Kunterbunt“ ist eher negativ. „Rausgeschmissenes Geld!“, heißt es da – „da hätten dringend nötigere Investitionen getätigt werden müssen“. „Das ist, wenn wenn man nix zu tun hat“, schreibt ein weiterer Nutzer des sozialen Mediums. „Ein bisschen Farbe ist doch schön. Grau wird alles ganz von selbst“, beschwichtigt ein anderer.

Dass er nichts zu tun hat, dementiert ABG-Chef Joachim Effertz natürlich. Er hat für die Farbgebung eigens einen Fachmann engagiert: Peter Zoernack aus der niedersächsischen Kleinstadt Dassel. Der Farbdesigner beschäftigt sich seit beinahe drei Jahrzehnten mit der Farbgestaltung von Architektur. Werkshallen, Schulen, Bürogebäude, Altenheime, private Wohnhäuser, Kindergärten – es gibt fast nichts, für das er er in der Vergangenheit nicht schon Farbkonzepte entwickelt hätte. Den Menschen sei die Sensibilität im Umgang mit Farbe verloren gegangen, kritisiert Zoernack auf seiner Homepage. Und „Die Einbeziehung des Gebäudes in seine umgebende Landschaft wird vernachlässigt“.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Farbgebung am Breitenhagen ein wenig paradox. Das Haus fällt dort aus dem Rahmen, auch wegen der gleich mehrfach meterhoch auf die Fassade gepinselten Hausnummer. Kein anderes Gebäude in dem Stadtteil hat einen auch nur im Ansatz vergleichbaren Anstrich. Das werde sich auch nicht ändern, sagt Effertz. Es würden zwar noch weitere Häuser auf dem Breitenhagen gestrichen, die aber dezenter. Das ausgerechnet dieses Haus durch seine Farbgestaltung so herausragt, liege an dessen exponierter Lage. Es liegt etwa abseits der übrigen Häuser in einer scharfen Kurve. „Wir wollten da durch den Anstrich ganz bewusst ein Zeichen setzen“, erklärt Effertz.

Der Vorstand der Baugesellschaft verfolgt genau, wie im Internet über sein Unternehmen diskutiert wird. Natürlich hat er auch die Kritiken bei Facebook längst gelesen. Sie überraschen ihn nicht: „Das hatten wir erwartet“, sagt er.

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