Vor Bundestagswahl

Parteien machen kaum Wahlkampf in Altena - aus besonderem Grund 

Viel Platz gibt es noch an den Wahlwerbetafeln an der Bahnhofstraße in Altena im Vorfeld der Bundestagswahl 2021.
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Viel Platz gibt es noch an den Wahlwerbetafeln an der Bahnhofstraße in Altena im Vorfeld der Bundestagswahl 2021.

Mauer Wahlkampf in Altena: Bislang ist wenig passiert mit Blick auf die Bundestagswahl in knapp fünf Wochen. Einige Parteien schränken die Werbung ganz bewusst ein in diesem Jahr. Doch es brodelt hinter den Kulissen.

Altena – Kaum Veranstaltungen und Stände, auch auf vielen Plakatwänden für Wahlwerbung in der Stadt ist noch viel Platz.
In Altena setzen einige Parteien bewusst auf Zurückhaltung – wegen der Flut und ihren verheerenden Folgen. Das betonen Grüne und CDU unisono.

Allerdings ärgern sich die Grünen, dass die CDU dieses Vorgehen in einer Pressemitteilung als ihre alleinige Entscheidung verkauft. „Mit großer Verwunderung haben wir von dem Vorstoß der CDU gelesen, die Wahlkampfaktivitäten einzuschränken“, sagt Judith Köster, Ortsvorsitzende der Grünen. „Wir hatten das Bestreben, eine gemeinsame Verabredung aller Parteien im Vorfeld des Wahlkampfs zu treffen. Gemessen an der Lage, in der sich unsere Stadt befindet und den Aufgaben, die es gilt gemeinsam zu bewältigen, hätten wir uns eine derartige Absprache aller politischen Akteure gewünscht.“

Grüne: Keine Rückmeldung der CDU

Sie hatte Ende Juli eine E-Mail an Vertreter aller Parteien und Gruppierungen in Altena versendet, in der sie anregt, „dass wir als Vorsitzende der Parteigliederungen uns bezüglich des Bundestagswahlkampfes auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen und dazu zeitnah austauschen“. FDP-Ratsmitglied Bernhard Diel und SPD hätten Gesprächsbereitschaft signalisiert, von der CDU sei die versprochene Reaktion trotz mehrfacher Nachfrage ausgeblieben. „Dann haben wir diesen Vorstoß ad acta gelegt“, sagt Judith Köster.

Inhaltlich jedoch gibt es Einigkeit bei CDU und Grünen: Fluthilfe statt Wahlkampf. Altenas CDU-Stadtverband hat entschieden, „dass der Wahlkampf in diesem Jahr eine eher untergeordnete Rolle spielt. Wir haben in den letzten Wochen wie alle anderen angepackt, um den Betroffenen zu helfen“, wird die stellvertretende Vorsitzende Sonja Reckschmidt in der Pressemitteilung des Stadtverbands zitiert.

CDU: „Wahlkampf aufs Nötigste beschränken“

„Die gewaltigen Schäden in den Haushalten und an den Gebäuden, die Schicksale der Familien haben uns stark berührt.“ CDU-Wahlkampfkoordinator Karlheinz Kühn ergänzt: „Nun stehen erst einmal alle diejenigen im Fokus, die dringend unsere Unterstützung benötigen. Daher werden wir uns im Wahlkampf auf das Nötigste beschränken.“

Der heimische Bundestagskandidat und CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak betont: „Ich habe die Altenaer und Altenaerinnen bei meinen Besuchen als zupackend erlebt. Das hat mich mehr als beeindruckt. Vor allem Menschen, die stark betroffen waren, haben zusammengehalten und die Herausforderung angenommen.“

Mittagessen für Helfer beim Aufräumen

Die CDU plant Besuche an Markttagen in der Innenstadt und am Wochenende in den Stadtteilen sowie gezielte Aktionen zugunsten der Flutbetroffenen. Zudem hat die CDU für Fragen und Anregungen der Bürger rund um die Wahl eine Rufnummer eingerichtet: Unter 01 51/67 70 04 65 erreichen Interessierte das Team der CDU.

Das große Aufräumen in Altena Teil 2

Das große Aufräumen nach dem verheerenden Hochwasser in Altena geht weiter.
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Unter der Nummer können sich auch Flutbetroffene melden, die an den Wochenenden noch mit Aufräumen beschäftigt sind und sich über eine Stärkung freuen. „Wir wissen, dass vereinzelt Betroffene im Moment am Wochenende neben ihrem Vollzeitjob entkernen und renovieren. Daher starten wir ab sofort damit, die Arbeitenden an Samstagen mit Essen zu versorgen“, sagt Kühn.

Info-Stände von Grünen, CDU und Linken

Die Grünen sind ebenfalls ab sofort mit Infoständen an Markttagen in der Innenstadt vertreten (26. August, 16., 23. und 25. September sowie am 4. September auf dem Edeka-Parkplatz). Der neue Stadtverband der Linken will auch mit Ständen und weiteren Aktivitäten Wahlkampf betreiben.

Erstmals sind die Linken am 4. September ab 10 Uhr am Brunnenplatz gegenüber der Burg Holtzbrink präsent, ebenso am 9. September ab 10 Uhr in Werdohl. Weitere Stände seien geplant, sagt der neue Stadtverbandssprecher Reiner Kemmerling.

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