Wahlkreis 150

Christel Voßbeck-Kayser: "Ich möchte als Bürgerin für uns Bürger Politik gestalten“

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Christel Voßbeck-Kayser: „Nur Direktwahl zieht!“ Als prominente Wahlkampfunterstützung kam Gesundheitsminister Hermann Gröhe in ihren Wahlkreis.

Lennetal - Beim Urnengang vor vier Jahren war es denkbar eng. 54 Stimmen fehlten Christel Voßbeck-Kayser zum Erringen des Bundestags-Direktmandates. Das griff damals die Deutsche Presseagentur medienwirksam auf. Die CDU-Politikerin aus dem Sauerland habe das „deutschlandweit knappste Wahlergebnis überhaupt“ erzielt, hieß es damals. 

Ob es auch dieses Mal ähnlich knapp und eng werden wird, haben einzig erneut die Wähler im Wahlkreis 150, Märkischer Kreis II mit den Städten Iserlohn, Altena, Plettenberg, Werdohl, Balve, Hemer, Menden, Nachrodt-Wiblingwerde und Neuenrade in der Hand.

Unbedingt vom Wahlrecht Gebrauch machen

Allerdings kämpft die 56-jährige Mutter dreier erwachsener Kinder „bis zum Wahltag um jede Stimme, damit es eben nicht so eng werden wird. Meine beiden vorherigen Ergebnisse in diesem Wahlkreis konnte ich jedes Mal deutlich steigern“, erinnert sie sich und fügt humorig an: „Aller guten Dinge sind bekanntlich drei.“ Doch gelaufen sei die Wahl längst noch nicht. Die Bürger sollten deshalb unbedingt von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, wirbt sie. 

Christel Voßbeck-Kayser ist von Hause aus Diplom-Sozialpädagogin und Mitinhaberin eines mittelständischen Betriebes. Vor ihrer Tätigkeit als Bundestagsabgeordnete war sie 28 Jahre beim Märkischen Kreis tätig. 

Vom Sauerland nach Berlin 

Sie habe sich in den vergangenen vier Jahren in Berlin und im Wahlkreis regelrecht abgestrampelt. „Aber es hat ungemein Spaß gemacht“. Besonders wenn man sehe und auch die Rückmeldung bekomme, dass man etwas mitbewegen konnte. 

Sauerland – Berlin. Berlin – Sauerland. Mehr als die Hälfte des Jahres verbringt die CDU-Politikerin in der Millionenmetropole an der Spree, wo sie auch eine Mini-Wohnung unterhält. 

"Ich bin nicht abgehoben"

Mitgearbeitet und eingebracht hat sie sich als Bundestagsabgeordnete nach dem Einzug über die CDU-Reserveliste NRW in den Fachausschüssen Arbeit und Soziales sowie Petition. „Es gab viele, unglaublich viele Kontakte“, bilanziert sie diese Jahre. 

„Bürger rufen an, Bürger sprechen in meinem Altenaer Wahlkreis-Büro vor, nehmen Kontakt auf über die sozialen Medien oder per E-Mail.“ Das sei ihr wichtig. Denn: „Ich bin nicht abgehoben, war es nie. Mein Anspruch war bei meiner Kandidatur ,ich möchte als Bürgerin für uns Bürger Politik gestalten’.“ 

Viel Besuch aus der Heimat

Einzug in ihr Wahlwerbeprogramm findet dieser Slogan noch heute, dieses Mal gefasst in zwei Worte. Die lauten kurz und knapp: „Nah & klar!“ Christel Voßbeck-Kayser: „Dazu stehe ich weiterhin, daran lasse ich mich messen.“ 

In ihrer ersten Bundestags-Legislaturperiode habe sie sich immer bemüht, den Menschen vor Ort die Arbeit des Parlamentes näher zu bringen. Im Laufe der vergangenen vier Jahre seien deshalb wohl mehr als 2 500 Besucher aus dem Kreis bei ihr in Berlin gewesen. 

Reserveliste zieht nicht

Prognosen zur Bundestagswahl und zum Ausgang will sie nicht abgeben. Nur eines ist ihr wichtig, und das kommt auch in ihrer Wahlkampf-Post vor. „Entweder werde ich dieses Mal direkt gewählt, oder ich scheide aus dem Bundestag aus. Die sogenannte Reserveliste zieht definitiv nicht. Wichtig ist, dass der Wahlbürger keine Stimme verschenkt.“ 

Und in diesem Zusammenhang verweist sie auf oftmalige Rechenspekulationen wegen möglicher Koalitionen nach dem Urnengang am 24. September. Daran beteilige sie sich nicht. „Ich kann nur immer wieder werben und darum bitten: Erst- und Zweitstimme für die CDU!“ 

Kämpfen für Überzeugungen

Zurück zur vierjährigen Parlamentsarbeit: Die vergangenen Jahre bezeichnet sie als erfolgreiche Jahre für Deutschland. Damit meint sie konkret beispielsweise die „gelebte Generationengerechtigkeit“, Investitionen und vor allem „die schwarze Null.“ 

Trotz und alledem habe sie persönlich schon manchesmal in der CDU/CSU-Fraktion eine völlig andere Meinung vertreten, als die breite Mehrheit. Aber dann komme es eben auf Argumente an, auf das persönliche Überzeugen und ein Kämpfen um Dinge, die wichtig seien. Stichworte dazu: Der Abbau von Bürokratie zum Beispiel bei der Arbeit der Jobcenter oder auch im Gesundheitswesen. 

Förderung des Mittelstandes ein Herzensanliegen

Die Zusammenarbeit in der Großen Koalition sei überwiegend unproblematisch gewesen. In solchen Zweckbündnissen müsse man sich halt arrangieren, es gelte dann in Streitfragen stets der Koalitionsvertrag. 

Anknüpfen möchte sie bei einem erneuten Einzug in den Bundestag an Arbeitsfelder wie die weitere Verbesserung der Infrastruktur in den Bereichen Digitales (Breitbandausbau), Verkehr, innere und äußere Sicherheit sowie Gesundheit. Auch die Förderung und das noch bewusstere in den Blick nehmen des Mittelstandes, überhaupt der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes, sind ihr Herzensanliegen. 

Viele Rückmeldungen

Durch viele Besuche, Kontakte und Rückmeldungen aus der Arbeitswelt, Industrie, Handwerk und Mittelstand sehe sie sich bestätigt, „weil das Beschäftigung sichert und sich so viele in unserer Region engagieren“. 

Sie werde alles dafür geben, dass Städte und Gemeinden aus ihrem Wahlkreis mit weiteren Förderprogrammen bedacht würden. Ein Versprechen, das sie auch bei ihrer erneuten Kandidaten-Nominierung bereits gegeben hatte. 

Eine Vollblut-Politikerin

Ein weiteres Stichwort ist für die Parlamentarierin der sogenannte ländliche Raum: Zu dem bekennt sich die Vollblut-Politikerin, die als Stadtverbandsvorsitzende der CDU in ihrer Heimatstadt Altena nach wie vor „an der Basis der Partei geerdet ist“, aus vollem Herzen. Viele Sorgen, Bedürfnisse und Nöte dort seien eben nicht mit Ballungsräumen oder Großstädten zu vergleichen. 

Und wie schätzt die Kandidatin den Wahlkampf 2017 ein? War er bisher nicht eher lahm, etwas müde? Das sieht die Altenaerin nicht so, hat nach wie vor einen „proppenvollen Terminkalender. Aber den habe ich auch ohne Wahlkampf. Mir ist halt der ständige Kontakt in meinem Wahlkreis wichtig.“ 

Unterstützung von Parteiprominenz

Verschieden große Plakate, soziale Medien, das Internet und natürlich auch kleine Werbeartikel gehören zum Wahlkampfführen vor Ort dazu. „Bei mir findet aber niemand Wegwerfartikel.“ 

Dass sie sich einen gewissen Namen in Berlin und auf NRW-Ebene aufgebaut und erarbeitet hat, belegen die „Parteipromis“, die Christel Voßbeck-Kayser bisher unterstützten bei ihrem Werben um jede Stimme. 

Dazu gehörten Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, die NRW-Landesminister Karl Josef Laumann und Herbert Reul oder die Staatssekretäre Dr. Günter Krings sowie Ingrid Fischbach. 

„Es gab in meinem Wahlkreis seit 17 Jahren keinen direkt gewählten CDU-Bundestagsabgeordneten mehr. Ich wiederhole mich: Ob ein möglicher Koalitionspartner letzten Endes sieben, acht oder neun Prozentpunkte erzielt, das ist völlig peng. Die Bürger bitte ich einfach darum, mir und der CDU mit der Erst- und Zweitstimme das Vertrauen auszusprechen und wählen zu gehen.“

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