Altena: CDU trauert mit Christel Voßbeck-Kayser

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Die unterlegene CDU-Bundestagskandidatin Christel Voßbeck-Kayser (rechts) traf im Gasthaus Pilling auf viele Parteifreunde und Bekannte. Auf dem Bild ist sie im Gespräch mit dem heimischen Landtagsabgeordneten Torsten Schick (links.) Dieser wurde erst kürzlich – bei der vergangenen Landtagswahl – direkt gewählt. 

Altena - Deutlicher als bei der vergangenen Wahl fiel das Ergebnis für Dagmar Freitag aus, was bei der CDU-Wahlparty im Gasthaus Pilling natürlich für lange Gesichter sorgte: „Es macht mich traurig. Ich hätte gerne das Mandat weiter ausgeführt“, sagte die unterlegene CDU-Kandidatin Christel Voßbeck-Kayser.

Zahlreiche Parteifreunde und Bekannten hatten sich im Gasthaus Pilling versammelt, um die Christdemokratin gebührend zu empfangen. Sie versuchten der sichtlich enttäuschten Voßbeck-Kayser Trost zu spenden. Diese betonte: „Ich hätte gerne den Bürgern hier weiter eine Stimme gegeben. Aber es hat nicht sollen sein.“

Das Interesse an der Wahlpräsentation im Ratssaal hielt sich am Wahlsonntag in Grenzen. Gut vertreten war nur die CDU, von den anderen Parteien ließen sich nur vereinzelte Mitglieder blicken. Für Entsetzen nicht nur beim Bürgermeister sorgte schon die erste Hochrechnung um Punkt 18 Uhr: Als „Schande für die Demokratie“ bezeichnete Dr. Andreas Hollstein das Wahlergebnis der AfD. 

Auch Christel Voßbeck-Kayser stieg in diesen Tenor mit ein: „Das ist ein schwarzer Tag für die Demokratie in Deutschland.“ Die AfD war in Altena vor allem dort stark, wo früher die SPD ihre Hochburgen hatte – zum Beispiel am Knerling, wo sie mit über 19 Prozent ihr bestes Ergebnis einfuhr. Besonders bitter für die SPD: In diesen Stimmbezirken verlor sie oft auch noch Stimmen an die Linken. Das galt aber vor allem bei den Zweitstimmen – ihre Erststimmen gaben Wähler der Linken und der Grünen eher Dagmar Freitag (SPD) als Christel Voßbeck-Kayser. Ein echtes Phänomen war das Abstimmungsverhalten der FDP-Wähler, die ihrer Partei vielfach beide Stimmen gaben. So kam Michael Schulte in Altena auf 9,9 Prozent – „das sind die Stimmen, die mir fehlen“, ärgerte sich Voßbeck-Kayser, die die Auszählung der Stimmen ebenfalls im Rathaus verfolgte.

Vergleicht man das kommunale Zweitstimmenergebnis mit dem von 2013, so fallen vor allem die Verluste von CDU und SPD auf. Nutznießer davon waren AFD und FDP, Linke und Grüne blieben etwa gleich. Bei den Erststimmen büßte Dagmar Freitag über fünf Prozent ein und Christel Voßbeck-Kayser nur knapp zwei Prozent, was ihr letzten Endes aber nichts nützte.

Ein Altenaer, der nach offensichtlich durchzechter Nacht morgens um 8 Uhr schon vor dem Wahllokal wartete, um seine Stimme abzugeben – das war eine der wenigen Besonderheiten, die dem Bürgermeister und seinem Stellvertreter Stefan Kemper bei deren Tour durch die Wahllokale gemeldet wurden. Auffällig sei dabei noch der hohe Anteil von Senioren unter den Wählern gewesen, sagte Hollstein.

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