Altena: Wohnnebenkosten explodieren

Die Bürger Altenas müssen tiefer in die Tasche greifen.

ALTENA ▪ „Wohnst Du noch oder zahlst Du nur?“ Unter diesem Motto hat sich der Bund der Steuerzahler die Wohnnebenkosten in den größeren Kommunen des Landes angesehen. Ergebnis: Ein Durchschnittshaushalt zahlt in diesem Jahr 152 Euro mehr.

Davon können Altenaer nur träumen. Zwar gehört die Burgstadt nicht zu jenen NRW-Kommunen, bei denen der Steuerzahlerbund ganz genau hingeschaut hat. Anhand seiner Parameter lässt sich aber leicht ausrechnen, dass der Anstieg hierzulande mit über 290 Euro fast doppelt so hoch ist wie im Landesdurchschnitt – wobei in dem Gebührenvergleich die Kosten für Abwasser noch nicht einmal enthalten sind.

3800 Kilowattstunden Strom, 15000 Kilowattstunden Gas, 120 Kubikmeter Frischwasser und Steuermessbetrag von 75 – das sind die Parameter, mit denen der Steuerzahlerbund gerechnet hat. Dafür muss eine Familie in Altena genau 3018,05 Euro pro Jahr bezahlen – vorausgesetzt, sie bezieht Strom und Gas von den Grundversorgern, also von den Stadtwerken und von Mark-E.

Das Hagener Unternehmen erhörte seine Tarife zum Jahreswechsel um über 16 Prozent und ist damit der größte Kostentreiber. Allerdings sieht das in anderen Kommunen nicht anders aus. Der Steuerzahlerbund hat berechnet, dass im Landesmittel gut 1104 Euro für Strom gezahlt werden müssen, in Altena kommt man mit 1075,83 Euro davon, wenn man den günstigsten Mark-E-Tarif wählt.

Unter dem Schnitt liegt auch der Preis für Erdgas. Hier beschieden sich die Stadtwerke mit einer Preiserhöhung von knapp vier Prozent und verlangen für einen Jahresverbrauch von 15000 Kilowattstunden jetzt 1082 Euro. Der Landesdurchschnitt liegt 47 Euro höher.

Dafür ist der Wasserpreis in Altena nach wie vor jenseits von gut und böse: Fast 485 Euro zahlt die Durchschnittsfamilie, im Landesmittel sind es 314 Euro.

Der Steuerzahlerbund verknüpft seine Untersuchung mit einer politischen Forderung: So wie Mieterhöhungen müssten auch die Anstiege der Nebenkosten gedeckelt sein. Dazu könne der Gesetzgeber vor allem durch Steuersenkungen beim Strom beitragen. ▪ ben.-

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