Lange Schlangen am Stadtpavillon

Bürgerservice: Bürger haben stundenlanges Warten satt

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Viel Geduld gefragt: Viele Bürger warteten bereits zwei Stunden, bevor sie im Bürgerservice ihr Anliegen vorbringen konnten. Andere mussten sogar unverrichteter Dinge wieder gehen.

Altena – Keine Besserung: Wer derzeit etwas im Bürgerservice zu erledigen hat, muss  noch immer bis zu zwei Stunden warten - oder kommt gar nicht dran. Die Bürger sind sauer.

„Es ist zum Kotzen“, sagt Julian Hartz. Er steht gemeinsam mit rund zehn anderen Bürgern vor dem Stadtpavillon des Bürgerservice am Markaner und wartet schon seit zwei Stunden darauf, an der Reihe zu kommen. So geht es auch den anderen, sie sind ebenfalls vom langen Warten genervt. 

Das Problem besteht bereits seit dem 1. Juli, als der Bürgerservice erstmalig wieder ohne Terminvergabe öffnete. 

Zwischenzeitlich war die Schlange noch länger. Eine Woche, nachdem das Bürgerbüro wieder geöffnet hat, ist die Situation immer noch sehr angespannt. Trotz der langen Wartezeiten soll es bei Sprechzeiten bleiben und nicht mit einer Terminvergabe gearbeitet werden, wie in den vergangenen Wochen während der Pandemie. 

Wartende nach Hause geschickt

Einige Bürger, die weiter hinten in der Schlange standen, werden nach Hause geschickt, weil sie bis zur Schließung des Büros am Mittag ihr Anliegen nicht mehr vortragen können. Sie müssen an einem anderen Tag wiederkommen. 

„Ich will nur meinen Ausweis verlängern. Das ist eine Sache von zehn Minuten“, sagt Julian Hartz. Im vergangenen Monat habe er im Rathaus angerufen und dafür einen Termin vereinbaren wollen. „Mir wurde gesagt, sie sind ausgebucht und ich soll ab dem 1. Juli kommen, wenn das Bürgerbüro wieder geöffnet ist. Zum Glück habe ich Urlaub.

Wunsch nach Terminvergabe

Vor mir in der Reihe stand eine Frau, die ebenfalls zwei Stunden gewartet hat und dann ging, weil sie zur Arbeit musste“, berichtet er. 

Katharina Miss geht es genauso. Auch sie hätte sich eine Terminvergabe gewünscht, die die Stadt bislang aber nicht dauerhaft einführen will. „Ich hätte meinen Personalausweis am liebsten schon Anfang Juni erneuert“, sagt sie. 

Nachdem sie die lange Warteschlange in der vergangenen Woche sah, nahm sie sich für gestern extra Urlaub. Anders geht es nicht für die Selbstständige, da sie Kundentermine hat. „Die Mitarbeiter der Stadt haben mir am Telefon gesagt, ich könnte das gesamte Jahr über mit einem abgelaufenen Ausweis rumlaufen. Aber was ist, wenn ich ins Ausland muss?“, fragt sie sich. 

Service "nicht zufriedenstellend"

Die lange Wartezeit findet sie sehr ärgerlich. „Meine Wut gilt nicht den Mitarbeitern, sondern der Politik“, sagt sie. Sie versteht nicht, warum die Verwaltung nicht eine andere Lösung findet, zum Beispiel längere Öffnungszeiten, und flexibler reagiert. Das sei "nicht zufriedenstellend". 

Mailin Böttcher muss die Wartezeit mit ihrem kleinen Sohn auf dem Arm überstehen. Dessen Tagesablauf komme dabei total durcheinander. Sie ist der Meinung, dass es einfach zu wenig Personal im Bürgerbüro gibt. 

Damit hat sie recht: Derzeit müssen ein Sachbearbeiter sowie eine neue Kraft, die derzeit eingearbeitet wird, alle Anliegen im Bürgerservice bearbeiten, sagte Stefan Kemper, der stellvertretende Chef der Verwaltung, vergangene Woche, machte den Bürgern aber Hoffnung.

Nummern ziehen 

Die wartende Nicole Pelka schlägt vor, Nummern zu ziehen. „Damit kann man wenigstens besser einschätzen, wann man dran kommt“, sagt sie. Sie muss Zeugnisse beglaubigen lassen und benötigt ein Führungszeugnis. 

Deshalb wäre es für sie auch nicht optimal, lange auf die Vergabe eines Termins zu warten. „Aber es wäre sinnvoller, als eineinhalb Stunden darauf zu warten, an die Reihe zu kommen."

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