Bürgern geht es in der Ratssitzung um das neue Gewerbegebiet

Nur einer darf Fragen stellen

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Das Gewerbegebiet Rosmart aus der Luft.

Altena – Am Ende stehen rote Zahlen: Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein rechnet mit einem Defizit von zwei bis vier Millionen Euro, wenn im Gewerbepark Rosmart das letzte Grundstück verkauft ist und zwischen Altena, Werdohl und Lüdenscheid „endabgerechnet“ wird. 50 Prozent der Märkische Gewerbepark Rosmart GmbH hält die Stadt Altena und muss dementsprechend auch die Hälfte des Defizits tragen.

 Man dürfe diesen Betrag aber nicht isoliert sehen, sagte der Bürgermeister während der Ratssitzung am Montag. Zum einen hätten die Städte in der Vergangenheit nicht unerhebliche Avalprovisionen dafür erhalten, dass sie für die Kredite der GmbH bürgten. Zum anderen zahlten die im Gewerbepark angesiedelten Betriebe schließlich auch Gewerbesteuer – wie viel, das wollte Hollstein mit Hinweis auf das Steuergeheimnis nicht sagen.

Mit seinen Ausführungen antwortete Hollstein auf die Anfrage eines Rosmarter Bürgers. Insgesamt vier Zuschauer gab es wegen des Themas Rosmart bei der Ratssitzung – das ist ihn Altena eher die Ausnahme. Noch seltener kommt es vor, dass Einwohner von ihrem Fragerecht Gebrauch machen. Von den vier Zuschauern durfte nur einer das Wort nehmen – die anderen wohnen in Brunscheid und sind damit keine Altenaer. Dass nur die Fragen stellen dürfen konnte vor allem jener Landwirt nicht verstehen, der zwar auf Lüdenscheider Gebiet wohnt, aber große Flächen auf Altenaer Stadtgebiet besitzt.

Außerhalb der Sitzung sei er gerne zu Gesprächen bereit, sagte Hollstein. Im Rat hingegen gälten von der Geschäftsordnung vorgegebene Regeln. Und die besagten nun einmal, dass nur Altenaer Fragen stellen dürften. Umschifft wurde diese Hürde schließlich dadurch, dass der Rosmarter die Fragen seiner Mitstreiter aufgriff. Natürlich ging es um das angedachte Gewerbegebiet Rosmart 2.0.

Unter anderem interessierten sich die Fragesteller für den Grunderwerb: Ob mit den Eigentümern der Flächen schon gesprochen worden sei, wollten sie wissen – Hollstein verneinte das. Im Moment gehe es darum, erst einmal die Machbarkeit zu prüfen. Dazu sei eine Studie in Auftrag gegeben worden, die rund 100 000 Euro kosten und von Altena, Lüdenscheid und Werdohl gemeinsam bezahlt werde. Halte diese Studie eine Bebauung der Flächen zwischen Höhenweg, bestehendem Gewerbepark und dem Werdohler Weiler Vorderbrenge für möglich, folge der zweite Schritt: Die Flächen müssten in den Regionalplan aufgenommen werden. „Es ist also noch lange nicht klar, ob die Bebauung überhaupt möglich ist“, betonte der Bürgermeister. Verhandlungen

Solange das so sei, machten Verhandlungen über den Grunderwerb keinen Sinn, sagte Hollstein und verneinte auch, dass bereits über Enteignungen nachgedacht werde: „Das wäre juristisch gar nicht zu halten“. Natürlich sei die Frage des Grunderwerbs von großer Bedeutung: „Wenn uns keiner was verkauft, dann wird es sehr, sehr schwierig“. Allerdings habe es auch in der Anfangsphase des bestehenden Gewerbeparks geheißen, dass niemand die Grundstücke hergeben werde – „und am Ende haben wir sie doch alle kaufen können“.

Ob in einem Gewerbegebiet Rosmart 2.0 Bauten von den Ausmaßen des Gerhardi-Neubaus denkbar seien, wollten die besorgten Bürger wissen. Hollstein bezeichnete das als „unvorstellbar für unsere Landschaft“. Es werde selbstverständlich Höhenbeschränkungen geben.

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