Situation am Kohlberg

Bürger und Biker: Dialog um Lärm am Kohlberg

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Auf großes Interesse stieß das Gesprächsangebot.

Altena/Neuenrade – Der Hotspot am Kohlberg soll zum Vorzeigeprojekt werden - ein großes Ziel. Zunächst kamen Biker und Bürger miteinander ins Gespräch.

Die Motorradfreunde Sauerland wollen, dass sich endlich etwas tut am Kohlberg. Seit Jahren sind die Anwohner vom Lärm genervt. Der Verein will die Gespräche mit Bikern weiter vertiefen, erklärte Vorsitzender Uwe Hoh bei der Dialog-Veranstaltung. Das Interesse in den Tiroler Stub’n war groß. 

Und im Grunde genommen waren sich auch alle einig: Die Allermeisten fahren vernünftig. Nur ein kleiner Teil fällt negativ auf und bringt damit alle anderen Motorradfahrer in Verruf. Letztere gilt es zu erreichen. Das wiederholten nicht nur die Redner des Abends immer wieder. Das deckte sich auch mit dem, was die Anwohner zwischendrin erzählten. 

Bürger und Biker: Drei Stunden Programm zum Auftakt

Auf die Gesprächsrunde nach den Vorträgen hatten die Veranstalter nach dem gut dreistündigen Programm verzichtet. In der neuen Saison wollen die Motorradfreunde öfter Treffen auf dem Parkplatz gegenüber den Tiroler Stub’n veranstalten, um ins Gespräch zu kommen und an eine vernünftige Fahrweise zu appellieren. 

Dafür will der 2018 gegründete Verein in vorher noch nie da gewesener Weise eine Streckenpatenschaft für den Kohlberg übernehmen und den Hotspot zu einem Vorzeigeprojekt entwickeln, skizzierte Hoh. Denn weitere Streckensperrungen im Sauerland seien keine Lösung. „Viele Gastronomen und Hotels leben vom Motorradtourismus“, machte der Vorsitzende klar, der sichtlich angetan war von der großen Resonanz der Veranstaltung, zu der unter anderem auch die Landespolitiker Angela Freimuth (FDP) und Gordan Dudas (SPD) kamen.

Lärm am Kohlberg: Unvernünftige in der Unterzahl

 Mit „deutlich unter 20 Prozent“ seien unvernünftige Fahrer bedeutend in der Unterzahl, bezifferte Polizeihauptkommissar Dirk Eisenblätter. Die Problematik am Kohlberg sei den Beamten bestens bekannt, die häufiger kontrollieren würden und gezielt nach sogenannten Normverletzern suchten. Zögen die Beamten auffällige Fahrer aus dem Verkehr, würden sich auch die Maschinen genau angeschaut, ob etwa die Abgasanlagen manipuliert wurden. Es gelte die Philosophie des ganzheitlichen Kontrollansatzes. 

Eisenblätter versicherte: „Wir arbeiten hoch motiviert an diesen Problemen“. Die Polizei würde gerne mehr tun, könne das aber nicht. Grund seien die vielen Hotspots im Sauerland verbunden mit der dünnen Personallage. „Wir sprechen von einem argen Lärm“, beschrieb der Dahler Ortsvorsteher Helmar Roder die Situation vor Ort. 

Motorradlärm in Dahle: Keine Entspannung im eigenen Garten

Er berichtete von Bewohnern, die im Sommer nicht mehr im Garten entspannen könnten, weil es schlicht zu laut sei. Roder zeigte am Beamer eine gefilmte Fahrt aus der Sicht eines Motorradfahrers über den Kohlberg, wie sie häufig auf der Videoplattform Youtube zu finden sind. Neben riskanten Fahrmanövern war in dem Clip zu sehen, wie der Fahrer wendet, um die Strecke erneut zu fahren – ein weiteres Ärgernis, das die Belastung der Anwohner erhöht. An einem sonnigen Samstagnachmittag komme Dahle mit hunderten gezählten Motorrädern nicht zur Ruhe. 

Mit Vorträgen dabei waren am Freitag auch Rudolf Broer, Geschäftsführer der Firma RTB, die intelligente Verkehrstechnik herstellt, sowie Annika Schmidt vom Verein Moto e.V., der zum Dachverband für Motorradvereine werden will.

Für Rücksichtnahme, aber auch gegen Verbote und Streckensperrungen, stiegen viele Biker aus dem Sauerland am Sonntag aufs Motorrad: An der Demo in Neuenrade und dem Motorrad-Tross bis Balve nahmen nach Polizeiangaben 1.000 Biker teil. 

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