Bürger bedauern: Theaterfahrten eingestellt

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Ingeborg Becker ist traurig, dass es keine Theater- und Studienfahrten von Altena aus ins Ruhrgebiet mehr gibt.

Altena - Ingeborg Becker vermisst schmerzlich die Theater- und Studienfahrten des Kulturrings und der Volkshochschule. „Für Mitbürger, die nicht mobil sind, gibt es gar keine Möglichkeit mehr, eine gute Ausstellung in Essen oder ein unterhaltsames Theaterstück in Dortmund zu sehen!“ bedauert die kulturinteressierte Altenaerin. Das ist ein Kostenproblem, wie Barbara Langos und Marlies van Gemert erläutern.

2014 fasste der Zweckverband der VHS Lennetal den radikalen Entschluss: Theater- und Studienfahrten sind zurzeit aus dem Programm gestrichen. Ingeborg Becker nahm das mit Enttäuschung zur Kenntnis: 20 Jahre lang hatte sie die umfangreiche Vor- und Nachbereitung einer Museumsfahrt mit der VHS genossen. „Besser konnte man Kunst nicht genießen und vermittelt bekommen!“ schwärmt die Altenaerin.

Sie selbst ist fit und mobil genug, um auf eigene Faust das Ruhrgebiet für einen Museumsbesuch anzusteuern. „Ich denke aber natürlich an Menschen, die das nicht sind. Selbst, wenn der Zug von Altena bis nach Essen durchfährt – es ist mühsam, erst im Reisebüro ein Zugticket zu kaufen. Und vom Essener Hauptbahnhof müsste man sich auch noch ein Taxi nehmen, um zum Ziel zu gelangen. Das ist alles zeit- und kostenintensiv...“

Als der Westfälische Besucherring noch existierte, war es für theaterinteressierte Altenaer ein leichtes, ins Dortmunder Theater zu kommen: Der Bus steuerte Altena, Nachrodt, Plettenberg und Werdohl an. Für Eintrittskarten und Busfahrt galt ein Preis – „ein super Angebot war das!“ schwärmt Barbara Langos noch heute. Sie vermittelte die Besucherring-Fahrten über den Kulturring – bis der Anbieter Insolvenz anmeldete. „Das müsste der Kulturring wohl auch, wenn wir solche Touren auf eigene Faust anbieten würden“, erklärt Langos. „Ich müsste einen Bus buchen, entsprechend viele Eintrittskarten vorreservieren – das ist zu teuer und finanziell zu riskant, wenn sich nicht genügend Teilnehmer anmelden“, erläutert sie.

„Aber mittlerweile haben wir ja das Stellwerk. Vielleicht kann sich ja über das Generationenbüro ein Forum gründen, in dem Fahrgemeinschaften gebildet werden. Alternativ bieten Altenaer Taxiunternehmen auch Festpreise an. Zu acht Mitfahrern im Kleinbus wäre eine Theaterfahrt finanziell zu stemmen“, schlägt die Kulturring-Geschäftsführerin vor.

Ähnlich ging auch einst der Betreiberverein Stadtgalerie vor, der auf Eigeninitiative gelegentlich Mitfahrer für Museumsreisen suchte. Da schloss sich Ingeborg Becker natürlich auch gern an – doch der Galerieverein wird nun liquidiert.

Marlies van Gemert, Leiterin der VHS-Geschäftsstelle Altena, gibt die Hoffnung nicht auf: „Wir bieten diese Art von Reisen nur zurzeit nicht an. Der Verband kann sich bei entsprechender Nachfrage ja auch wieder für die Bustouren aussprechen. Interessierten Bürgern aus dem Lennetal empfiehlt sie, häufig genug in ihren Geschäftsstellen nachzufragen. „Unsere Bildungsreferenten für diese Angebote können jederzeit wieder ihre Arbeit aufnehmen und eine Fahrt vorbereiten.“

Von Ina Hornemann

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