Selbstbedienung der Nutzer zu ausgedehnten Zeiten  auch in der Nacht

Bücherei will neue Wege gehen

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Bücherei-Leiter Antonius Gusik hat das Entwicklungsprogramm für vier Jahre weiter geschrieben.

Altena  - Noch ist es Zukunftsmusik. Doch Antonius Gusik, Leiter der Stadtbücherei, kann sich vorstellen, die bisher auf 22 Wochenstunden begrenzten Ausleihzeiten deutlich auszuweiten. Seine Idee: Das Projekt Open Library. Es kommt aus Skandinavien und ermöglicht Büchereikunden mittels persönlichem Code einen schier unbegrenzten Zutritt in die Einrichtung mit der Möglichkeit von Ausleihen ganz ohne Bücherei-Personal.

Fraktionsübergreifend war die Anerkennung groß: Mehr als eine halbe Stunde hatte Antonius Gusik, Leiter der Stadtbücherei, Mittwoch vor dem Ausschuss für Schule, Sport und Kultur, das von ihm fortgeschriebene neue Bibliothekskonzept der Jahre 2018 bis 2023 vorgestellt. Das knapp 100-seitige Werk ist dabei so detailliert und durchdacht, das es einer Bachelorarbeit alle Ehre gemacht hätte. „Bibliotheken rechnen sich nicht“, zitierte er gleich zu Beginn einen Philosophen, um hinzuzufügen, „...aber sie zahlen sich mit ihren Leistungen für die Bürger langfristig aus.“ Das belegte Gusik an der Grundversorgung mit Medien und dem Schwerpunkt Leseförderung. Hauptzielgruppe der Bücherei bleiben die sechs bis 13-jährigen Kinder. Mehr und mehr wendet sich die Einrichtung aber Kindergärten und Grundschulen zu.

Fernausleihe

Noch viel zu wenig bekannt seien Angebote wie die Fernausleihe im auswärtigen Leihverkehr und das kostenfreie Internet einschließlich PC-Nutzung. E-Book-Reader, Literaturrecherche, E-Medien im Programm der Onleihe 24 oder der digitale Stammtisch sind weitere Angebote, die die teilweise stagnierenden Ausleihzahlen mehr als wettmachten. Gusik plant bei einem Personalschlüssel von 2,5 und Öffnungszeiten von 22 Stunden/Woche eine Demokratiewerkstatt einzurichten. Das hätte NRW-weit Vorbildcharakter. Er berichtete von guten Erfolgen in Sachen Migrations- und Integrationsförderung am Beispiel Sprache lernen und lesen.

Bücher in vielen Sprachen

Die Bücherei könne praktisch jedes Buch in (fast) jeder Sprache über einen Verbund besorgen. Leidenschaftlich appellierte der Diplom-Bibliothekar an die Politiker, weiter Mittel bereitzustellen, um den teilweise überalterten Medienbestand zu erneuern. Als Marge dazu nannte er etwa zehn Prozent/Jahr. Vision für die Zukunft: Gusik könnte sich nach skandinavischem Vorbild eine „Open Library“-Lösung – eine Art Leser-Selbstbedienung ohne weiteres Personal zu unterschiedlichen Zeiten – vorstellen. Dazu wären allerdings Investitionen nötig. „Zukunftsmusik, sicher“, meinte er. „Aber, man muss auch Visionen haben. In Dänemark klappt das gut.

Förderverein hilft

Warum nicht bei uns?“ Herzlich dankte er, aber auch Sprecher von CDU und SPD, den Ehrenamtlichen der „Freunde der Stadtbücherei Altena“. Ohne sie wäre vieles nicht möglich, ebenso wie durch die Mitarbeit der Bundesfreiwilligen. Gusik hofft, „irgendwann die Medienverbuchung auf das Programm Rfid umzustellen“.

Förderung beibehalten

Das ist eine Nutzer-Selbstverbuchung, die Zeit, Geld und eben das nicht vorhandene Personal spart. Gut täte der Bücherei auch eine webbasierte neue Bibliothekssoftware und eben das Open Library

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