Kommunalaufsicht: Bedenken wegen 710 Euro

Antonius Gusik in der umgeräumten Bücherei. Das Land gab dafür einen Zuschuss. Foto: Bender

ALTENA -  Auch die Bücherei soll sparen. So steht es im Haushaltssanierungsplan, die gestern abgeschlossene Verlagerung des Romanbestandes dient auch diesem Ziel. Knapp 60 Quadratmeter kleiner ist die Bücherei dadurch geworden, dementsprechend geringer fallen ihre Zahlungen ans Immobilienmanagement aus.

Die freie Fläche belegen demnächst Tagespflegebüro und „Altena früh am Ball“, für die sonst innenstadtnahe Flächen hätten angemietet werden müssen.

Sparen kostet zunächst mal Geld: Monatelang wurden in der Bücherei Bücher (aus)sortiert, dann mussten Regale ab- und wieder aufgebaut und neu eingeräumt werden – zu viel Arbeit für das kleine Team von Antonius Gusik, das deshalb durch Honorarkräfte verstärkt wurde. Empfohlen hatte das die Abteilung „Beratung und Förderung des Bibliothekswesens“ bei der Bezirksregierung und gleich darauf hingewiesen, dass es dafür Zuschüsse gebe.

Den entsprechenden Antrag hat die Stadt gestellt und dabei feststellen müssen, dass Sparen manchmal ganz schön schwierig ist. Gebraucht wurden für die Bücherräumerei exakt 3550 Euro. Der Zuschuss beträgt 80 Prozent, so dass der städtische Eigenanteil bei 710 Euro lag – und das erwies sich als ziemlich problematisch. Die Kommunalaufsicht zierte sich, dieser Ausgabe zuzustimmen. Grund: Weil die Stadt keine Bücherei haben muss, handelt es sich um eine freiwillige Ausgabe – und die sind wegen der finanziellen Situation der Kommune eigentlich nicht zulässig. Auch dann nicht, wenn’s dabei im Endeffekt ums Sparen geht.

Eine Posse, sollte man auch angesichst des relativ geringen Betrages meinen – aber es kommt noch besser. Stadtkämmerer Stefan Kemper berichtete am Montagabend dem Ausschuss für Schule, Sport und Kultur, dass die Stadt selber gar nicht zahlen müsse: „Es werden Drittmittel eingesetzt“ – was bedeutet, dass der Förderverein der Stadtbücherei das Geld zur Verfügung stellt. Trotzdem habe die Kommunalaufsicht Probleme mit dieser Ausgabe, berichtete Kemper, der dann gestern immerhin Entwarnung geben konnte – da hatte er den Bewilligungsbescheid endlich in der Post.

von Thomas Bender

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