Bücherei: Flohmarktkeller lädt zum Stöbern ein

Das Kreuz auf dem Rücken zeigt, dass es sich um ausgemusterte Büchereibücher handelt.

ALTENA ▪ Wie viele Bücher das sind? Das kann auch der Fachmann nur schätzen: „2000 vielleicht“ sagt Antonius Gusik und schaut sich im Flohmarktkeller der Stadtbücherei um. Er ist nicht das einzige Lager, in dem er ausgediente Bücher hortet: „Auf dem Dach sind auch noch welche“.

„Bücher wirft man nicht weg“ – das meinen neben dem Leiter der Stadtbücherei noch viele andere Altenaer. Folge: „Wir bekommen viel geschenkt“. Vor allem aus Haushaltsauflösungen werden Bücher gleich kistenweise angeschleppt, oft in erstaunlich gutem Zustand. „Vieles können wir in unseren eigenen Bestand übernehmen“, berichtet Gusik. Die anderen Bände wandern in den Flohmarktkeller. Dort landen auch jene Druckwerke, die Gusik und seine Mitarbeiterinnen aus dem eigenen Bestand aussortieren. Dabei handelt es sich nicht nur um zerlesene oder veraltete und nicht mehr nachgefragte Romane, sondern auch um Fachliteratur, die nicht mehr aktuell ist. Wer in den Beständen stöbert, findet sogar richtig alte Schätzchen, die zum Teil noch aus dem 19. Jahrhundert stammen..

Um den Flohmarktkeller kümmert sich der Förderverein der Stadtbücherei, und das in diesem Monat sogar wöchentlich: Die gelernte Buchhändlerin Stefanie Ingenpaß kam auf die Idee, parallel zum Wochenmarkt den Kauf gebrauchter Bücher zu ermöglichen. Ansonsten ist der Buchverkauf an jedem ersten Samstag im Monat möglich, also auch morgen wieder (10 bis 13 Uhr). Außerdem hat das Stellwerk Flohmarkt-Bücher in Kommission genommen, es wird sie am Weihnachtsmarkt-Stand des Vereins verkaufen und den Förderverein am Erlös beteiligen.

Bezahlt wird im Flohmarktkeller übrigens nach Lust und Laune – „jeder zahlt, was er möchte“, bringt Gusik das Prinzip auf den Nenner. Das hat sich aus seiner Sicht bewährt: „Viele sind sehr großzügig“. Die Einnahmen fließen in die Kasse des Fördervereins und kommen damit wieder der Bücherei zugute. Sie finanziert davon Neuanschaffungen, aber auch Lesungen und andere Veranstaltungen. Um die 30 Euro pro Öffnungstag kämen durch den Bücherverkauf zusammen, schätzt der Büchereileiter.

Manchmal gibt‘s Flohmarkt-Bücher übrigens auch ganz umsonst – zum Beispiel für Ingeborg Becker, die den Bestand regelmäßig durchforstet, um als „güne Dame“ die Patienten im St. Vinzenz-Krankenhaus mit „frischer“ Lektüre versorgen zu können. ▪ ben.-

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