Buch-Präsentation rührt Zeitzeugen zu Tränen

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Günter Koopmann, Petra Hölper und Dietrich Möhling (v.l.) bildeten das „redaktionelle Team“. Sie präsentierten am Donnerstagabend das Buch „Dahle in der Zeit des Nationalsozialismus“.

Altena - Erinnerungsvolle Blicke, zustimmendes Kopfnicken, ungläubiges Kopfschütteln, Tränen in den Augen: Für die Zeitzeugen war die Präsentation des Buchs „Dahle in der Zeit des Nationalsozialismus“ eine emotionale Angelegenheit.

Sie hatten dem Arbeitskreis des Dahler Heimatvereins von ihren Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg berichtet. Positive Erinnerungen an die Spiele im Jungvolk und in der Hitlerjugend, das Zelten an der Sorpe und dem damit verbundenen Schulfrei, aber auch negative Dinge wie Ängste vor Verfolgung, Verlust und der Zukunft nach dem Krieg sind auf vielen der 160 Seiten niedergeschrieben.

Auch für Margret Stein war der Abend im Dahler Hotel „Alte Linden“ ergreifend: Ihr verstorbener Mann Horst Werner Stein, erster und langjähriger Vorsitzender des Heimatvereins, hatte dem Verein das Vermächtnis hinterlassen, sein bereits begonnenes Projekt, „Dahle in der Zeit des Nationalsozialismus“, aufzunehmen und zu vollenden. „Dieses Werk war ein Traum meines Ehemanns. Er war förmlich besessen von der Geschichte und wollte diese für die Nachwelt festhalten“, berichtet die Witwe mit Tränen in den Augen.

Laut Günter Koopmann, Mitglied des siebenköpfigen Arbeitskreises, hat der Heimatverein den perfekten Zeitpunkt zur Veröffentlichung erwischt: „Fast alle unsere 30 Zeitzeugen haben uns viel über das Erlebte berichtet. Zudem wollte niemand anonym bleiben. Das wäre vor einigen Jahren mit Sicherheit nicht so einfach gewesen. Die Leute sind offener geworden.“ Auch zu einem späteren Zeitpunkt wäre die Verwirklichung von Werner Steins Traum schwierig geworden: „Der jüngste Zeitzeuge ist bereits 75 Jahre alt. Man muss die Leute zu Wort kommen lassen, so lange es sie noch gibt“, unterstreicht Koopmann.

Vor allem bei der Auswertung der Interviews bewegten sich die Redaktionsmitglieder auf einem schmalen Grat. Es gebe bei einem solchen Projekt viel falsch zu machen: „Man muss beachten, dass die Befragten damals noch junge Leute waren, die die Welt eventuell mit ganz anderen Augen gesehen haben. Wir mussten aufpassen, dass wir nichts verharmlosen und in keine Richtung tendieren, was Schuldzuweisungen angeht“, so Dietrich Möhling in seiner Begrüßung an die vielen Besucher.

Neben den Zeitzeugenberichten dienten verschiedene Archive als „theoretische Ergänzung“. In vollem Umfang konnten die Redaktionsmitglieder die Akten jedoch nicht studieren – ihnen saß die Zeit im Nacken: „Für die gesamte Produktion haben wir drei Jahre gebraucht. Wir wollten unbedingt, dass jeder Zeitzeuge, der im Werk zu Wort kommt, die Veröffentlichung erlebt“, erklärt Koopmann. Viele Quellen wurden deshalb eins zu eins übernommen.

Das Fazit des Arbeitskreises: „Dahle war keine Insel der Glückseligen. Das Dorf blieb nicht von Schrecknissen, Schuld und Trauer verschont.“

Der Verkauf des 160 Seiten starken Buches erfolgt zum Preis von 12 Euro in der Buchhandlung Katerlöh, im Schreibwarengeschäft Appelhans, im Dahler Dorfmarkt und dem Elektrofachgeschäft Roder (Dahle), sowie in der Evingser Mühlenapotheke und im Schreibwarengeschäft Kettler-Krämer (Neuenrade).

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