Brücke bremst Container auf der Lenne aus

An der Pontonbrücke am Markaner blieb der Baucontainer hängen, bis ihn das THW am Samstag bergen konnte.

ALTENA ▪ Einen lauten Knall hörten Anwohner am Freitagnachmittag von der Pott-Jost-Brücke. Ein Baucontainer, befüllt mit Holzbohlen, trieb die Lenne herunter und prallte gegen den Brückenpfeiler. Erst die Pontonbrücke am Markaner stoppte seinen Weg.

Grund für die unerwartete Reise war das Gewitter, das am Freitag den Lennepegel anschwellen ließ. Zu hoch für die Baustellen-Begrenzung am Lennewehr in Höhe Otlinghaus.

„Da hat keiner mit gerechnet“, sagte gestern der an der Baustelle beschäftigte Zimmermann Ferdinand Pötter. Bereits am Donnerstag hatten die Bauarbeiter aus Lingen/Ems ihre Vorarbeiten beendet. Ein Teil des alten Wehres in der Lenne wurde abgerissen. Große Sandsäcke – sogenannte Big Packs – sollten die Baustelle absichern, bevor für gestern eine neue Sicherung – ein Dammbalken – erwartet wurde. Der Lennepegel hielt sich allerdings nicht an die Planung und die Wassermassen rissen die Big Packs auf einer breite von mehr als zehn Metern um. „Wir hätten den Dammbalken heute eingebaut. Dann wäre nichts passiert“, erklärte Ferdinand Pötter gestern. Er war erstmal froh, dass sich niemand am Freitag auf der Baustelle befand und sich somit auch keiner verletzen konnte.

Gestern Morgen waren die Mitarbeiter der Baufirma Hofschröer zunächst damit beschäftigt die Baustelle mit neuen Big Packs wieder trocken zu legen. Außer dem leichten Zeitverzug, habe es aber keine Schäden gegeben, sagte Pötter. Einige Holzbohlen konnten die Arbeiter noch aus der Lenne fischen.

Mit acht Helfern hatte das THW bereits am Samstag den Container aus der Lenne gefischt. Die Pontonbrücke habe am Freitag wie eine Feder gewirkt, erklärte Frank Herbel vom Altenaer THW auf Nachfrage. „Die Seile der Brücke haben sich beim Zusammenstoß gespannt und sind dann langsam wieder in ihre Ausgangsposition zurück gefedert“, sagte Herbel. Damit wurde der Container ausgebremst. Schäden an der Brücke gab es nicht. „Wir haben sie nochmal komplett untersucht“, betonte Herbel.

Die Baustelle selbst war durch Mitarbeiter der Bauaufsichtsbehörde der hier zuständigen Bezirksregierung Arnsberg vorher begutachtet worden. Noch in dieser Woche wird wieder ein Mitarbeiter in Altena erwartet, der die Baustelle abermals in Augenschein nimmt. Bei der ersten Begutachtung habe es keine Probleme gegeben, erklärte Pressesprecher Christoph Söbbeler. „Offensichtlich hat es ja Gott sei dank keine Schäden gegeben“, so Söbbeler weiter, „das war höhere Gewalt.“

Eine Ölsperre zum Schutz vor auslaufenden Öl bei den Baufahrzeugen sei bei dieser Baustelle nicht erforderlich, ergänzte Söbbeler. Alle Fahrezeuge die in die Nähe des Gewässers kommen fahren mit biologisch-abbaubaren Kraftstoffen – zumeist pflanzlichen Ölen. Bei den Bauarbeiten an den Lenneterassen, war diese noch notwendig.

von David Schröder

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