Bildhauer Loic Devaux ist neuer Stipendiat der Werkstatt Altena

Der Bruch in der Perfektion

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Der gebürtige Franzose Loic Devaux (nicht im Bild) überzeugte die Jury mit seinen Werken. Hier betrachten unter anderem Anne Rüth (vorne) und weitere Werkstatt-Mitglieder die verschiedenen Objekte und Bilder in der Burg Holtzbrinck.

Altena - Der Bildhauer Loic Devaux wird nächster Stipendiat der Werkstatt Altena. Dies haben die Mitglieder am Mittwochabend entschieden, nachdem sich alle Bewerber in der Burg Holtzbrinck vorgestellt haben.

Seit mehr als 40 Jahren hat sich der Verein der Förderung bildender Kunst verschrieben und lobt aus diesem Grund ein sechsmonatiges Stipendium in Höhe von 700 Euro aus. „Wir möchten vor allem junge Künstler unterstützen, deren Abschluss noch keine zwei Jahre zurückliegt. Hier ist es uns wichtig, lieber eine höhere Summe für ein halbes Jahr auszuloben, anstatt volle zwölf Monate zu fördern“, so Kassierer Roland Balkenhol.

Die Chinesin Meng Zhang präsentierte der Jury Papierzeichnungen, die unter anderem auch Matthias Rüth sehr gut gefielen.

Der aus Südfrankreich stammende Künstler wird ab dem 1. Juli ein leer stehendes Ladenlokal gegenüber der Redaktion dieser Zeitung beziehen und dann für sechs Monate in Altena leben und arbeiten. Dabei will der Franzose vor allem mit Holz arbeiten. Da sich der Gewinner des diesjährigen Stipendiums momentan noch in Norwegen befindet und mit dem Flugzeug angereist war, hatte Devaux ausschließlich kleine Holzobjekte und dafür viele Fotos im Gepäck. „Er hat sich gut präsentiert und ich denke, dass wir keine schlechte Wahl getroffen haben. Die Holz- und Steinarbeiten sind verständlich gewesen, kamen bei der Jury gut an und passen auch in diese Region“, betonte der 1. Vorsitzende Matthias Rüth. Aus den rund 40 Bewerbungen waren drei aussichtsreiche Kandidaten ausgewählt worden.

Viel Zeit ließen sich die Werkstatt-Mitglieder. Im Bild Marie-Luise Scholl und Uschi Panke (v.l.) beim Betrachten der Kunstwerke.

 Neben Loic Devaux noch die Chinesin Meng Zhang und die aus Bayern angereiste Künstlerin Keiyona Stumpf. Während Meng Zhang, die an der Kunstakademie in Karlsruhe ihren Abschluss gemacht hat, in den präsentierten Papierzeichnungen vor allem Motive ihrer Kindheit, Mythen und chinesische Götterfiguren verarbeitet hat, legte Keiyona Stumpf einen Fokus auf das Abbild organischer Formen aus Keramik oder Papier. Für sie seien vor allem solche Gebilde interessant, bei denen der Zuschauer denke: „das habe ich schon mal irgendwo gesehen, kann es aber nicht genau zuordnen“. Dabei sei es vor allem der Bruch in der Perfektion, die Keiyona Stumpf besonders fasziniere. Gemeint ist damit der Spagat zwischen der „unglaublichen Schönheit der Natur“ und jenen Strukturen, die den Betrachter auch ein bisschen abstoßen würden.

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