Brite bietet „Lust auf Englisch“ in Bücherei

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Alexander Carnochan ist bis Ende Mai in der Stadt – und würde sich freuen, mit Altenaern in Kontakt zu kommen.

Altena - Einen „waschechten Engländer“ können alle Altenaer ab dem 6. Februar wöchentlich freitags zwischen 14 und 17 Uhr in der Stadtbücherei erleben. Und so nennt sich Alexander Carnochan auch selbst. Der 21-jährige Student aus dem Umland süd-östlich von London wohnt für einige Monate in Altena.

Irgendwann Ende 2014 kam er in die Stadtbücherei und bot dem Team sein ehrenamtliches Engagement an. Jetzt bietet er tatsächlich jedermann Hilfe bei allen Fragen rund um sein Heimatland – von Unterstützung bei den Hausaufgaben bis hin zum Briefschreiben auf Englisch.

Im Rahmen seines Studiums „Sprachen und Kultur – Deutsch und Italienisch“ absolviert er einen Auslandsaufenthalt in der Stadt. Mit einem Stipendium des deutschen Pädagogischen Austauschdienstes bezahlt der Brite seine Lebenshaltungskosten, mit Hilfe der Organisation British Council kam er an eine Stelle als Fremdsprachenassistent an der Förderschule. 12 Stunden pro Woche unterstützt er die Lehrer und „will den Kindern Englisch entlocken“, wie er sagt. Fast fließend Deutsch spricht Carnochan übrigens – und kann das so schnell, dass der Zuhörer aufpassen muss, alles mitzubekommen. Das ist in der Förderschule aber ein Geheimnis. „Für die Kinder bin ich der echte Engländer, den sie auf englisch ansprechen müssen. Und ich will nicht als wandelndes Wörterbuch herhalten. Sondern mit den Menschen ins Gespräch kommen“, erzählt der 21-Jährige.

So läuft auch sein Engagement in der Bücherei, unter dem Titel „Lust auf Englisch“. Begeisterung für seine Muttersprache will er bei den Altenaern wecken. Dazu gehört es auch, Fragen zu Kulturunterschieden zu beantworten oder Vorurteile aus dem Weg zu räumen. „Auch mit den Kindern spielen, sie mit Kartentricks verzaubern oder einfach sprechen. Das mache ich hier jetzt jeden Freitag – natürlich auf englisch.“

Der Gedanke, sich in der Bücherei mit vielen deutschen Büchern zu umgeben, reizt Carnochan außerdem. „So kann ich meine Deutschkenntnisse auch noch verbessern.“ Seit August ist der Student in Deutschland. Zuerst hat er im SOS-Kinderdorf in Lüdenscheid geholfen, dann kam der Job an der Förderschule. Deswegen wohnt er jetzt auch in Altena. In der Kirchstraße, in einer Wohnung von Josef Auwermann, hat er eine Bleibe gefunden. „Ich freue mich, dass ich nicht in einer Großstadt mit vielen englischsprachigen Touristen bin.“ Ende Mai folgt der zweite Teil seiner „Studienreise“. Dann geht es weiter nach Italien.

Von Kristina Köller

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