Breitbandausbau am Mühlenbach: Darum geht's hier besonders schnell

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Baustelle Mühlenbach: Vor verschiedenen Verteilerkästen aus sind schon Glasfaserkabel im Boden verlegt worden.

Altena – Nur wenige Tage dauert es, dann ist das Glasfaserkabel in der Straße Mühlenbach verlegt. Eine besondere Technik macht's möglich.

Damit auch die Anwohner rund um den Straßenzug Mühlenbach in Altroggenrahmede schnelles Internet bekommen, bedient sich die Telekom als Bauträger einer Erfindung aus Österreich. Im Rahmen der EU-weiten Ausschreibungen für die Glaskabelverlegung wurde die Telekom auf das Unternehmen Layjet Micro Rohr GmbH aus der Steiermark aufmerksam. 

Bislang "mühsames Geschäft"

Ihr Fachgebiet: Die schonende Verlegemethode von Glasfaserkabel direkt ins Straßenbankett. „Glasfaserkabel zu verlegen, ist bisher vor allem außerhalb geschlossener Ortschaften ein durchaus mühsames Geschäft“, sagt Michael Beheim. Er ist Vorarbeiter der Layjet-Micro-Rohr und zurzeit mit einem achtköpfigen Team in Altena. 

Das Layjet-Team aus Österreich: Michael Beheim (2. v. l.) mit einem Teil des Teams in Altroggenrahmede

„Bisher wurde so gearbeitet: Straße aufreißen, Kabel rein, Straße zuschütten und alles wieder in Ordnung bringen.“ Der Bauarbeiter stützt sich auf seine Schüppe, grinst und fügt an: „Mehr als 300 Meter pro Tag sind auf diese altgewohnte, aber auch bewährte Weise kaum zu schaffen. Wir haben das geändert.“ 

All-in-one-System: Straße auf, Kabel rein, Straße zu

Die Firma aus Ebersdorf in der Steiermark garantiert pro Tag eine „zehnmal längere Strecke zu schaffen, also bis zu drei Kilometer Kabel in die Erde zu bringen“. Michael Beheim geht zu einem Kollegen, der mit einem Bagger vorbereitende Arbeiten auf der Straße Mühlenbach erledigt.

Die Technik funktioniert nach einem All-in-One-System. Das heißt, in einem Arbeitsschritt wird das komplette Glasfaserkabel mit einem Bagger mit Fräse deutlich schneller und effektiver verlegt. Er fräst in einem einzigen Arbeitsgang das Straßenbankett auf, verlegt das Glasfaserrohr von einer Rolle und verschließt den Graben sofort wieder mit dem entnommenen und aufbereiteten Material. 

Gesperrt: ein Teil der Straße Mühlenbach.

Das funktioniert hervorragend und schnell. Denn eine Verschalung, die mit dem Gerät mitfährt, sorgt auch dafür, dass während des gesamten Arbeitsvorganges keine Steine und kein Mutterboden in den Graben rieseln. Das ist wichtig. So bleibt der Straßenkörper nämlich komplett stabil.“ Die Straße ist derzeit zwischen Hausnummer 56 und Großendrescheid voll gesperrt. Nur Anlieger dürfen passieren. 

Spezialmaschine mit modernster Technik

Beheim gibt Anweisungen, erläutert, erklärt, geht noch einmal zum Bagger, klopft auf das Metall und fügt an: „Wenn das Rohr in der Erde ist, versetzt ein Verdichtungsverfahren das Bankett wieder in seinen ursprünglichen Zustand. Fertig!“ 

Natürlich ist es eine Spezialmaschinenanfertigung, die am Mühlenbach zum Einsatz kommt: Eine Fräse mit modernster Technik, kameragestützt und mit GPS versehen, so dass das System exakt arbeitet und der Asphalt nicht unnötig beschädigt wird. 

Leitungen kommen sich nicht in die Quere

Verlegt wird in eine Bodentiefe von 50 bis 70 Zentimetern. Das reiche völlig aus, „weil die Kabel damit über den sonstigen Versorgungsleitungen liegen und ihnen nicht in die Quere kommen“, sagt der Vorarbeiter. 

Auch finanziell rechnet sich der Arbeitseinsatz der Österreicher. Beheim sagt aus Erfahrungen, dass je nach Bodenklasse, also felsiger Untergrund oder lockerer Boden, bis zu 30 Prozent an Kosten gegenüber der bisherigen Bauweise eingespart werden können.

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