Keine Lust mehr auf Osterfeuer

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Wo eins brennt, da kommen auch Gäste – allerdings sind Osterfeuer in Altena eher auf dem Rückzug.

Altena -  Ein Brauch auf dem Rückzug: Nur drei „öffentliche“ Osterfeuer werden am Samstagabend in Altenas Stadtteilen entzündet. Mit den eigentlichen Ursprüngen hat sogar nur noch eins zu tun: In Evingsen versammelt sich noch das ganze Dorf, um am Feuer auf dem Schützenplatz den Frühling willkommen zu heißen.

Dass die Osterfeuer in Altena längst nicht jenen Stellenwert haben wie in anderen Dörfern des Sauerlandes, könnte im wesentlichen zwei Gründe haben: Zum einen hat das „Vertreiben“ des Winters landwirtschaftlich geprägte Gegenden einen höheren Stellenwert als für die von jeher eher industriell ausgerichtete Stadt Altena. Zum anderen geht der Brauch auch auf die Liturgie der katholischen Kirche zurück, in der in der Osternacht ein kleines Feuer entfacht wird, das Osterfeuer. An ihm entzündet der Priester die Osterkerze, die Christus als Licht der Welt symbolisiert. Diese geistliche Basis der Osterfeuer spielt in stark protestantisch geprägten Gegenden wie Altena allerdings eher eine untergeordnete Rolle.

Dennoch hat es in der Vergangenheit mehr Feuer gegeben – traditionell zum Beispiel ein ziemlich großes auf dem Drescheid. Es wurde von der Löschgruppe der Feuerwehr veranstaltet, die Vorbereitungen waren wegen meist sehr vieler Gäste aufwändig. Als vor einigen Jahren die bis dahin für das Feuer genutzte Fläche nicht mehr zur Verfügung stand, schlief die Veranstaltung ein. „Leider“, wie der zuständige Ortsvorsteher Peter Semme sagt – aber er äußert auch sein Verständnis dafür, dass es der Wehr irgendwann einfach zu viel wurde.

In Dahle ist der Versuch, ein Osterfeuer zu etablieren, aus ganz pragmatischen Gründen gescheitert. Der FC Altena 69 hatte es einige Jahre lang mit einigem Erfolg neben der Jugendbegegnungsstätte entzündet – dann wurde diese Fläche asphaltiert, um den Zugang zun den dort normalerweise stehenden Wertstoffcontainern zu verbessern. Es sei dann zwar nach einem alternativen Standort gesucht worden, blickt Ortsvorsteher Helmar Roder zurück – „aber leider ohne Erfolg“. Angedacht worden sei zum Beispiel der Bereich neben dem Sportplatz Lindscheid – „aber das ging wegen des Kunstrasens nicht“. Er hätte durch Funkenflug Schaden nehmen können.

In Evingsen wechseln sich Turnschaft, Schützenverein und Feuerwehr mit der Ausrichtung des Feuers ab, in diesem Jahr sind die Schützen an der Reihe. Sie sorgen am Samstag ab 16.30 Uhr für das leibliche Wohl der Besucher. Gegen 18 Uhr wird der Holzstoß entzündet.

„Kleines Feuer, große Feier“ lautet auch in diesem Jahr das Motto beim VfB Altena, der am Samstag ab 17 Uhr am Pragpaul feiert. Dritter im Bunde ist der TuS Mühlenrahmede, der ab 17 Uhr auf seinem Sportplatz am Oberen Ardeyweg für Speisen und Getränke sorgt. Das Feuer soll dort gegen 19 Uhr entzündet werden. - Von Thomas Bender

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