Hausbesitzer angeklagt

Brandstifter stirbt in Flammen: Letzte Entscheidung vor Gericht gefallen 

Völlig ausgebrannt: Bei dem Feuer kam einer der beiden Brandstifter in den Flammen ums Leben.
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Völlig ausgebrannt: Bei dem Feuer kam einer der beiden Brandstifter in den Flammen ums Leben.

Bei einem Feuer in einem Haus im MK kam 2018 einer von zwei Brandstiftern ums Leben. Danach musste sich der Hausbesitzer vor Gericht verantworten. Es ging um die Frage, ob er die Täter beauftragt hatte, ein Feuer zu legen. Nun ist die Entscheidung gefallen.

Aufatmen. Tränen der Erleichterung beim Angeklagten. Denn auch im Berufungsverfahren vor dem Landgericht Hagen wurde der Altenaer freigesprochen, in dessen Haus in Altena-Evingsen vor drei Jahren bei einer heftigen Explosion ein Mann ums Leben gekommen war.

Die Frage, die es auch in der zweiten Instanz zu klären galt: War er, der Eigentümer des mittlerweile abgerissenen Hauses an der Straße „Zur Roleye“, Auftraggeber der Brandstiftung? Wollte sich der Hauseigentümer die nicht unerheblichen Kosten für einen Abriss sparen? Nein, entschied das Landgericht nach vier Verhandlungstagen und nach Aussagen vieler Zeugen. Das Landgericht bestätigte damit das Urteil des Amtsgerichtes Lüdenscheid.

Männer mit Benzin-Kanistern ins Haus gehen sehen

Es war eine wilde Geschichte, die sich am 18. Juli 2018 in Evingsen abgespielt hat. An jenem Mittwoch im Hochsommer wurden zwei Männer gesehen, wie sie aus einem Auto mit französischem Kennzeichen ausstiegen und mit einem Kanister das unbewohnte Einfamilienhaus in Evingsen betraten.

Kurz danach hörten Anwohner eine Explosion, danach ging der Dachstuhl in Flammen auf. Im Dachgeschoss starb einer der beiden Brandstifter, ein 31-Jähriger aus Bosnien-Herzegowina. Er war der Cousin des Altenaer Hausbesitzers.

Zweiter Brandstifter schwer verletzt

Mit schweren Verbrennungen konnte sich sein Mittäter aus dem Haus retten, unterhielt sich mit einer Zeugin auf Französisch und verlor im Krankenhaus das Bewusstsein. Nach Abschluss der Krankenhausbehandlung kam er in Untersuchungshaft. Später sagte er aus, dass er erst während der Fahrt von Frankreich nach Altena über das Vorhaben des in den Flammen Verstorbenen erfahren habe, ansonsten würden ihm die Erinnerungen fehlen.

Er wurde später vom Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und jetzt auch im Berufsverfahren gegen den Altenaer als Zeuge gehört. Zwei Stunden lang.

Landgericht sieht „kein Motiv“ bei Hausbesitzer

Das Landgericht, so sagt Heiko Kölz, Rechtsanwalt des Angeklagten, habe sehr viel Aufklärungsarbeit geleistet. „Es gab für den Freigesprochenen kein Motiv“, so der Rechtsbeistand, der den Altenaer auch im ersten Prozess vertreten hatte. Das Verfahren, das letztlich zweieinhalb Jahre gedauert hat, habe das Leben seines Mandanten komplett umgekrempelt. Das Glück, das er sich mit seiner Ehefrau in Evingsen hätte aufbauen wollen, sei nicht möglich gewesen. Das Grundstück ist mittlerweile verkauft worden.

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