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Nach Brand an B236: Stadt ergreift Maßnahmen

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Von: Thomas Bender

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Sicherung  Schwarzenstein
Holger Turowski von der Firma Tigges sichert am Morgen nach dem Brand die Fenster des leerstehenden Wohnhauses. © Bender, Thomas

Ein vorbeikommender Autofahrer war es, der am Mittwochabend kurz nach 21.30 Uhr an einem leer stehenden Haus an der Werdohler Straße Rauchsäule und Flammen sah. Er meldete den Brand per Notruf. Als Feuerwehr und Polizei eintrafen, brannte es im zweiten Obergeschoss schon lichterloh. Trotzdem hatten die Einsatzkräfte des Löschzugs Stadtmitte die Sache schnell im Griff.

Altena – „Feuer aus“ wurde um 22.26 Uhr gemeldet. Anschließend kümmerte sich das THW um eine erste Sicherung des Gebäudes. Auch die Kriminalpolizei nahm eine erste Sichtung der Brandstelle vor.

Bürgermeister war an der Einsatzstelle

Bürgermeister Uwe Kober war ebenfalls zur Brandstelle geeilt: „Wenn es in einem Haus, in dem Strom, Wasser und Gas abgedreht sind, im zweiten Stock brennt, dann liegt der Verdacht auf Brandstiftung schon nahe“, sagte er, ohne dem Urteil des Brandsachverständigen der Kripo vorgreifen zu wollen. Der wird die Brandstelle in den nächsten Tagen genauer untersuchen.

Es war seit Mitte März der vierte große Einsatz für die Altenaer Feuerwehr. Der gravierendste war am 23. März ein Großbrand in der Industriebrache Schwarzenstein, die die Stadt 2018 für einen Euro aus der Nachlass-Insolvenz des Unternehmers Chafik Itani erworben hat. Das Wohnhaus, das am Mittwochabend brannte, war Teil dieses Paketes, gehört also ebenfalls der Stadt. Es war bis Juli 2021 noch bewohnt, dann schlug auch hier die Jahrhundertflut zu.

Massive Durchfeuchtung. Schlechter Allgemeinzustand.

Beschreibung des Hauses im Wiederaufbauplan

Ein Bach drang in das Gebäude ein und riss ein davor stehendes Gartenhaus mit. Seitdem ist das Gebäude unbewohnbar. Es ist Bestandteil des Wiederaufbauplans. Dort heißt es: „Hang der Zuwegung zu Wohnungen im 2. OG und DG abgerutscht. Kein Zugang zu Wohnungen möglich. Hangwasser durch sämtliche Wohnungen geflossen. Massive Durchfeuchtung. Schlechter Allgemeinzustand“. Trotz der umfangreichen Schäden sei die Sanierung günstiger als ein Neubau, heißt es im Wiederaufbauplan, in dem dafür 104 000 Euro veranschlagt werden.

Fenster mit Holzplatten gesichert

Am Tag nach dem Brand rückte die Firma Tigges an und schraubte Holzplatten vor die Fenster. Das war nicht das erste Mal, dass das Unternehmen mit Sicherungsarbeiten im Bereich Schwarzenstein beauftragt wurde. Auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat sie bereits etliche Fenster auf diese Art und Weise gesichert. Noch schwerere Geschütze fuhr der Bauunternehmer Sigi Müller auf, um Unbefugten den Zugang zu erschweren: Er stellte im Auftrag der Stadt Bauzäune und tonnenschwere Betonsteine vor diverse Öffnungen.

Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt

Trotzdem schaffen es immer wieder Menschen, in die Brache einzudringen. Die Polizei habe ein besonderes Augenmerk auf den Schwarzenstein, versichert Polizei-Pressesprecherin Wibke Honselmann. Allerdings betreten die Streifenpolizisten das Gebäude nicht: Auch für sie sei es zu gefährlich, sich dort aufzuhalten. Auch Kober weist nachdrücklich auf die von dem Gebäude ausgehenden Gefahren hin: „Die Lebensgefahr-Schilder hängen da nicht ohne Grund“. Deshalb sei auch das Ordnungsamt regelmäßig vor Ort, um nach frischen Aufbruchspuren zu suchen.

Verärgert ist Kober über den Vorfall vor allem deshalb, weil die Feuerwehrmänner und -frauen durch diese Einsätze stark belastet werden. Wer auch immer für die Brände verantwortlich sei, möge mal darüber nachdenken, dass die große Masse der Einsatzkräfte Ehrenamtler seien, empfiehlt der Bürgermeister.

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