Brachtenbeck: Verwaltung räumt Fehler ein

ALTENA ▪ Erst hat er sich fürchterlich geärgert – am Montagabend im Rat gab sich der Bürgermeister dann aber demonstrativ gelassen, als es um die Ablagerungen am Brachtenbecker Weg ging. „Dankbar“ müsse man der Presse sein, dass sie auf ein Problem aufmerksam gemacht habe.

Es handele sich um einen Zustand, „der einer Genehmigung bedarf“, sagte Dr. Andreas Hollstein. Und: „Ich habe selber gedacht „mich laust der Affe“ als ich diese Berg gesehen habe.

Betrieb des Brechers

war nicht erlaubt

Mehr ins Detail ging dann Uwe Krischer, der zuständige Bereichsleiter im Bauamt. „Genehmigungspflichtig, aber auch genehmigungsfähig“ seien die Ablagerungen, berichtete er nach ersten Gesprächen mit dem Märkischen Kreis. Nicht zulässig sei in diesem Bereich der Betrieb eines Brechers – aber der sei ohnehin „nur tageweise“ erfolgt. Das deutlich weniger laute Sieben von Material stehe mit dem für die Brachtenbeck geltenden Planungsrecht im Einklang.

Krischer erklärte dem Rat auch, dass das betreffende Grundstück nur zu einem Drittel der Stadt gehöre, der Rest sei Privatbesitz. Bis 2005 habe es eine Vereinbarung beider Eigentümer gegeben, die das gemeinsame Auffüllen der Fläche „bis auf Straßenniveau“ zum Ziel gehabt habe. Seit das erledigt sei, handele jeder Eigentümer auf eigene Verantwortung.

Fünfstelligen Betrag

eingespart

Für die Stadt gelte, dass sie in der Brachtenbeck Material lagere, das noch gebraucht werde – in erster Line den Schotter, aber auch Fräsmaterial vom Umbau der Lenneuferstraße. Beides werde beispielsweise beim geplanten Bau der Buhnen an der Lenneuferstraße wieder eingebaut. Ein Gutachten belege, dass das möglich sei. Schon deshalb habe das Material einen Wert. Außerdem sei die Sanierung der Straße günstiger geworden, weil man den damit beauftragten Unternehmen eine ortsnahe Lagerfläche habe anbieten können. Insgesamt ergebe sich für die Stadt ein finanzieller Vorteil im fünfstelligen Bereich, rechnete Krischer vor. Auf Nachfrage von Mario Westphal (SPD) bestätigte er, dass die ortsnahe Lagerung des Materials bei der Lenneuferstraße Bestandteil der Ausschreibung gewesen sei.

Ein finanzielles Risiko beispielsweise durch eine Insolvenz vermochte Krischer nicht zu erkennen: Das in der Brachtenbeck gelagerte Material sei wiederverwertbar und habe deshalb einen Marktwert. „Ökologisch sinnvoll“ sei deshalb das, was in dem Tal passiere.

Belastung der

Anwohner

Dass mit dem zusätzlichen Schwerlastverkehr und dem Sieben eine Belastung der Anwohner einhergehe, sei ihm bewusst, sagte Hollstein – aber es handele sich nun einmal um ein Gewerbegebiet. Dementiert wurde seitens der Stadt, dass der Bauhof die Brachtenbeck öfter reinige als andere Straßen - wenn der Turnus dort höher sei, müsse das von dem ablagernden Unternehmen veranlasst und bezahlt worden sein.

Auf eine politische Bewertung des Vorganges verzichteten die Fraktionen zunächst.

Weiteres Thema gestern Abend: Die Überstundenvergütungen im Bauhof. Stefan Kemper, der dort Werksleiter ist, sprach von laufenden Verhandlungen mit dem Personalrat und beruhigte die Politiker: Natürlich sei gewährleistet, dass der Winterdienst auch zukünftig in der gewohnten Qualität durchgeführt werde.

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