Brachtenbeck: „Nach erstem Eindruck illegal“

Innerhalb von vier Wochen will der Unternehmer den Bauschuttberg abbauen.

ALTENA ▪ Die Abteilung technischer Umweltschutz des Märkischen Kreises hat sich gestern vor Ort ein Bild von dem Schuttberg in der Brachtenbeck gemacht – Anlass für den Ortstermin war die gestrige Berichterstattung des AK. „Nach dem ersten Eindruck handelt es sich um eine illegale Anlage“, teilte Kreispressesprecher Hendrik Klein anschließend mit.

Eine Genehmigung des Märkischen Kreises gebe es nicht für die Zwischenlagerung großer Mengen von Asphaltresten und anderem Bauschutt. Der nächste Schritt sei jetzt die Anhörung aller Beteiligten. Sie könne dazu führen, dass ein Ordnungswidrigkeits-Verfahren eingeleitet oder sogar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werde, so der Kreispressesprecher weiter.

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein erklärte gestern auf Nachfrage: „Auf dem städtischen Teil des Grundstücks liegt weder geschredderter Asphalt noch Bauschutt.“ Auf dem Teil, der der Stadt gehört, lagere Schotter, der aus dem Unterbau der Lenneuferstraße stammt, und bei Bedarf im Stadtgebiet als Frostschutz wieder im Straßenbau eingesetzt werde. Ob das, was der Nachrodter Unternehmer Müller auf dem Privatgelände der Firma Wagener macht, einer Genehmigung bedürfe, wisse er nicht, aber das werde jetzt geprüft. Eine solche Prüfung brauche eine gewisse Zeit, mit einem Ergebnis rechnet Hollstein vor Mitte kommender Woche deshalb nicht.

Dass der jetzige gewaltige Schuttberg nur vorübergehend in der Brachtenbeck liege, verdeutlichte Roland Balkenhol, Bereichsleiter Planen und Bauen. Nach seinen Informationen wolle der Nachrodter Unternehmer den Bauschutt in vier Wochen abgebaut haben und neues Material komme nicht hinzu. Die aufgetürmte Abbruchmasse werde nicht vollständig geschreddert – das meiste werde gesiebt – „das ist nicht so laut“. Keine Antwort hatte Balkenhol auf die Frage, ob das ganze Geschehen auf dem Grund zwischen Autohaus und Schreinerei überhaupt mit dem Bebauungsplan konform geht. „Das habe ich noch nicht kontrolliert“, sagte er. „Das müssen wir noch prüfen.“ ▪ Ilka Kremer und Thomas Bender

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