Bracht-Gruppe will mehr Leben in der Lennestraße

Als „sehr bedauerlich“ bezeichnet es der Initiativkreis, dass in der Öffentlichkeit immer wieder die Rede davon ist, Wilfried Bracht habe „noch eine Rechnung mit dem Bürgermeister offen“. Damit wird auf einen länger zurückliegenden Vorgang angespielt: Das Ehepaar Bracht plante, in seinem privaten Wohnhaus in Dahle ein Café einzurichten und stellte bei der Stadt eine entsprechende Bauvoranfrage. Die Sache verlief im Sande, nachdem die Behörde unter anderem wegen der ungeklärten Stellplatzfrage Bedenken anmeldete. Dadurch, dass diese Sache jetzt in der Öffentlichkeit immer wieder hochkomme, sollten Brachts „Glaubwürdigkeit und sein Engagement herabgewürdigt werden“. Auf diese Ebene werde die Gruppe der Burgaufzugsgegner sich nicht begeben, heißt es in einer Stellungnahme.

ALTENA ▪ Eine „Überreaktion“ wirft der Aktionskreis Altena innovativ Bürgermeister Andreas Hollstein vor – „zynisch“ und unsachlich seien dessen Ausführungen vor dem Rat gewesen, wollen die Mitglieder der Gruppe wissen, obwohl sie an der Sitzung am Montag gar nicht teilgenommen haben.

Der Aktionskreis sieht sich selbst als Beweis für eine sich verändernde politische Kultur in Deutschland an: Immer wieder würden „kritische Bürger politische Entscheidungen hinterfragen“, darauf müsse sich die Politik einstellen. Vorbildlich sei die Art und Weise, wie der Werdohler Bürgermeister Siegfried Griebsch diesen gesellschaftlichen Veränderungen begegne, schreibt der Aktionskreis und zitiert Griebsch mit den Worten „Wir müssen den Stadtumbau planen und die Bevölkerung mitnehmen“. Hollstein hatte dieses Thema am Montagabend im Rat auch behandelt und dabei an die intensive Einbeziehung der Bürger in das Stadtentwicklungskonzept erinnert und auch das Informationszentrum 2015 erwähnt, mit dem die Stadt die Anwohner in zentraler Lage über alle Vorhaben informiere und in dem regelmäßig auch in den Abendstunden die Möglichkeit bestehe, die Pläne einzusehen und sich erläutern zu lassen.

Umgeschwenkt ist die Gruppe um den ehemaligen SPD-Politiker Wilfried Bracht, was die Zuschüsse des Landes angeht. Hatte sie noch in der vergangenen Woche auf dem Markt den Eindruck erweckt, dass die 5,7 Mio. Euro Zuschuss auch für andere Zwecke genutzt werden könnten, so schreiben sie jetzt: „Wenn das Aufzugsprojekt scheitert, dann gibt es Null Euro vom Land“. Das sei aber zu verschmerzen, weil erstens der Aufzug ohnehin „fragwürdig“ sei und die Stadt ja zweitens ein neues Projekt entwickeln und dafür dann wieder Zuschüsse beantragen könne.

Altena innovativ will seine Vorstellungen am Freitag public machen und kündigt schon jetzt einen Plan an, der den Interessen der Stadt deutlich mehr diene und dessen Grundlage das Stadtentwicklungskonzept sei. Eine Belebung der Innenstadt durch Touristen bleibt für den Aktionskreis weiterhin zweitrangig. Viel wichtiger sei, dass die Altenaer selbst ihre Innenstadt wieder annähmen. Zielsetzung sei deshalb „die sofortige Attraktionssteigerung der Lennestraße, die Stärkung des Einzelhandels und der unmittelbar spürbare Nutzen für die Bürger“.

Die Gruppe vertritt nach wie vor die Auffassung, dass der Aufzug in erster Linie den Interessen des Kreises diene, der wegen des Rückgangs der Besucherzahlen auf der Burg über ein Millionendefizit klage. Der Aufzug sei „nur ein Beiwerk“, der nun „zum Superevent hochstilisiert“ werde „in der Hoffnung, dass auch Altena einen Happen vom Touristenkuchen abbekomnt“. Dahinter stehen aber nach Ansicht der Gruppe viele, viele Fragezeichen.

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