Mit Bossa Nova-Klängen Richtung Rente

+
Waltraud Maas hat viele Spuren bei der Caritas hinterlassen.

ALTENA - „Deine Arbeit, die war klasse, hast so viel bewegt“ – das sangen die Mitarbeiter der Caritas gestern zu den Klängen von Bossa Nova und schickten damit Waltraud Maas in den Ruhestand.

„Das ist ja nun so gar nicht meins“, wehrte sich die frischgebackene Pensionärin, als sie zu Beginn der Abschiedsfeier in einem Liegestuhl Platz nehmen sollte. Die Agilität, die ihr Berufsleben bestimmte, will sie auch als Rentnerin beibehalten und zum Beispiel noch mehr reisen als bisher. Konsequent war da das Abschiedsgeschenk des Vorgesetzten: Caritasdirektor Hans-Werner Wolff überreichte Waltraud Maas einen prächtigen Bildband über deutsche Inseln. Vor allem auf Borkum lässt sie sich gerne eine steife Brise um die Nase wehen.

Mit Fug und Recht kann man die Diplom-Sozialpädagogin als „Urgestein“ bezeichnen: Sie kam nach Altena, als die Caritas im Jahr 1977 die Erziehungsberatungsstelle gründete und Personal suchte. „Schuld war nur die Anna Hoffmann“, dichteten die Kolleginnen und erinnerten damit an die ehemalige Caritasgeschäftsführerin, die Waltraud Maas für den Posten gut geeignet fand. Kein Wunder: Die Rheinländerin hatte zuvor unter anderem in einem Heim für lernbehinderte und verhaltensauffällige Jungen und in einem sozialen Brennpunkt gearbeitet.

Wie vielen Kindern, Jugendlichen und Eltern sie in den zurückliegenden 36 Jahren in Altena und Plettenberg (dort leitete sie die Außenstelle der Erziehungsberatungsstelle) geholfen hat, weiß niemand so genau – vierstellig ist deren Zahl mit Sicherheit. ADS und andere Auffälligkeiten waren anfangs noch gar nicht „erfunden“ – immer wieder besuchte die Sozialpädagogin Lehrgänge, um auf dem Laufenden zu bleiben. Über 30 Fortbildungen hatte Wolff beim Blick in die Personalakte gezählt, darunter auch sehr zeitintensive wie die Ausbildung zur systemischen Therapeutin.

Mindestens ebenso wichtig wie das theoretische Wissen war aber das ausgeprägte Gespür für die Klientel: „Wenn ich mit kleinen Kindern spielen kann, dann fängt für mich das Leben an“, sangen die Kolleginnen und verrieten auch, was die Neuruheständlerin nicht mag: Seniorenteller und unpünktliche Handwerker...

von Thomas Bender

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare