Viel zu viel Holz auf dem Markt: Käferholz landet im Schredder

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Große Hackschnitzelberge liegen unter anderem am Abzweig zum Großendrehcheid.

Altena – Der Holzmarkt ist völlig übersättigt. Liegen bleiben können die vom Käfer befallenen Stämme aber auch nicht. Nun landen sie im Schredder. 

„Im Grunde ist das Abfallbeseitigung“, sagt Revierförster Christof Schäfer und meint damit riesige Haufen Hackschnitzel, die am Abzweig nach Großendrescheid, im Gewerbepark Rosmart und an manchen anderen Stellen liegen. 

Es handelt sich um die Überreste von Fichten, die vom Borkenkäfer befallen waren. Anfangs wurden nur die Fichtenkronen geschreddert. „Man kann die nicht einfach in der Fläche liegen lassen“, erklärt Schäfer. 

Ganze Bäume im Schredder

Zuviel Biomasse auf gerodeten Flächen führe zu Verunkrautung, außerdem steige die Waldbrandgefahr. Inzwischen wandern aber auch ganze Bäume in den Schredder. 

Das berichtet Kai Spelsberg, dessen Familie bei Großendrescheid einiges an Wald besitzt. Auch dort tobt der Käfer, Bäume müssen gefällt werden, darunter auch relativ dünne. Ältere und damit auch dickere Bäume würden nach wie vor in Container verpackt und nach China oder Korea verschifft, erklärt Schäfer. 

An dünneren Stämmen besteht dort aber kein Interesse. Auch Papierfabriken und die Hersteller von Spanplatten, die solche Dimensionen früher abgenommen hätten, seien längst übersättigt. 

"Das überlebt der Käfer nicht"

Und einfach liegen lassen kann man die Stämme auch nicht, weil der Borkenkäfer dann weiter sein Unwesen treibt. Also werden inzwischen ganze Bäume geschreddert. Schäfer: „Das überlebt der Käfer nicht.“ 

Die Hackschnitzel werden bevorzugt in Biomassekraftwerken zur Stromerzeugung genutzt. Auch dieser Markt sei übersättigt, berichtet Schäfer – auf einen Erlös für die Hackschnitzel bräuchten die Waldbesitzer nicht zu hoffen

Ein Ende des Schreckens sei übrigens nicht in Sicht, meint der Förster. Die Böden seien immer noch viel zu trocken, die stark angegriffenen Bestände könnten sich so nicht erholen. 2020 müssten sicherlich noch einmal so viele Fichten gefällt werden wie im vergangenen Jahr. An den laut Schäfer miserabelen Preisen für das Fichtenholz wird sich also kaum was ändern.

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