Bohrer-Puzzle für Mammut-Gerät auf der Burg

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2,5 Tonnen wiegt dieser Schaltschrank für den Aufzugsbohrer.

ALTENA - Sascha Prevorsek ist die Ruhe selbst. „Langsam, ganz langsam und sei vorsichtig!“, ruft er einem Mitarbeiter im Innenhof der Burg zu. Der sitzt auf einem tiefen Spezialstapler in einer rund-um verglasten Fahrerkuppel. „So habe ich alles, auch den unteren Bereich bis zum Boden, bestens im Blick“, sagt der Mann und rollt mit dem Fahrzeug langsam weiter.

Ihm obliegt es am Montag und Dienstag, 7. und 8. Januar, so erzählt der Bauleiter vor Ort, „Stück für Stück des Spezialbohrers für den Aufzugsschacht vom Burgtor abzuholen und dann in den Innenhof zu bugsieren. Und das möglichst, ohne auch nur irgendwo anzuecken oder anzustoßen.“ Das sei alles Übungssache, sagt der Maschinist auf dem Lader, auf dem hinten ein Sticker mit dem Schriftzug „Genie“ pappt. „Ja, so heißt das Ding halt“, kann sich auch Sascha Prevorsek ein Lächeln nicht verkneifen.

Der tiefe Radlader, oder besser Spezialstapler, ist nur eines von drei baugleichen Geräten, die gestern und auch noch heute das Bild im Burg-Innenhof bestimmen. „Unsere schweren Lkw, die den Bohrer aus Rumänien von einer Schachtbaustelle abgeholt haben, kommen gerade mit Müh’ und Not die steile Straße hier rauf“, stellt der Bauleiter fest. Doch die Beschilderung der Ordnungsbehörden hätte gegriffen. „Da parkt niemand verkehrt oder behindert uns. Das geht ganz gut.“

Einmal vor dem Burgtor angekommen, gibt es neben den Maschinen viele helfende Hände, die vom Unternehmen Deimann-Haniel sofort ins Rad greifen. „Die Einrichtung einer Bohrbaustelle ist immer Teamwork“, sagt Prevorsek und nimmt noch einen tiefen Zug aus der Zigarette.

„Vor, vor, vor. Halt. Stopp. Jetzt langsam mit dem Greifer...“ – in Fleisch und Blut sind dem Maschinisten die „Befehle“ für sein „Genie“ übergegangen. Und Minute um Minute, Stunde um Stunde vergeht und das Puzzle Bohrer wird langsam zu einer Maschine.

„Wir setzen die Teile hier auf den von uns gemauerten Schachtkranz auf“, erläutert noch einmal der Bauleiter. Fünf Meter geht es hier schon in die Tiefe, das „obere Aufzugsloch“ ist bereits optimal verstrebt, ausgegossen und hat seine endgültige Form.

Der Mega-Bohrer muss sich ab Mittwoch etwa 75 Meter tief durch die Grauwacke fressen. „Rund 50 Zentimeter, vielleicht etwas weniger, ist dabei der Kopf des Diamant-Bohrers groß“, erläutert Bauleiter Sascha Prevorsek. Unten angekommen und nach dem Durchstich zum Stollen wird dann – AK berichtete – der große Bohrkopf mit dem Durchmesser von 140 Zentimeter aufgesetzt und „nach oben gezogen.“

von Johannes Bonnekoh

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