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Verkaufsverbot von Feuerwerk: So finden die Altenaer die Entscheidung

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Von: Ilka Kremer

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Wie im Vorjahr gelten auch 2021 an Silvester Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. (Symbolbild)
Wie im Vorjahr gelten auch 2021 an Silvester Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. © Dan Himbrechts/dpa

Keine Böller, kein Feuerwerk: Das Verkaufsverbot sorgt in Altena für ein geteiltes Echo. Ordnungshüter werden in der Silvesternacht die Augen offen halten.

Altena – Auf diesen Tag freuen sich Freunde von Feuerwerk und Silvesterknallern das ganze Jahr: Ab dem 29. Dezember werden Knaller und Raketen zum Jahreswechsel in den Läden verkauft. Eigentlich. In diesem Jahr nicht. Mit Blick auf die Corona-Pandemie gibt es bereits zum zweiten Jahr in Folge ein Verkaufsverbot von Silvesterfeuerwerk in ganz Deutschland. Die Meinungen in der Burgstadt gehen dabei weit auseinander. Ein Stimmungsbild aus verschiedenen Blickwinkeln.

Altenas Feuerwehr-Chef Alexander Grass meint: „Das erneute Verbot ist aus brandschutzrechtlicher Sicht nicht schlecht, denn so gehen hoffentlich die Einsatzzahlen nach unten. Altena ist zwar sicherlich keine Hochburg des Böllerns, aber es gab in der Vergangenheit doch immer wieder Einsätze für die Feuerwehr, weil Müllcontainer und Papierkörbe in Brand geraten waren.“

Hoffnung auf entspannte Nacht für Rettungskräfte

Von daher hofft er, dass die Silvesternacht für die Einsatzkräfte „etwas entspannter“ wird. „Auch im Hinblick auf Verletzungen, die immer wieder durch unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern passiert sind. Privat gesehen ist das Böllerverbot für mich und meine Familie kein Problem. Wir genießen den Jahreswechsel ganz ruhig bei einem gemeinsamen Abendessen mit anschließender Spielrunde.“

Auch Tierärztin Dr. Andrea Schick kann der Entscheidung viel Gutes abgewinnen. „Das Verbot ist generell positiv zu sehen. Auch, wenn es für manche Menschen traditionell zu Silvester gehört. Ich schaue mir zwar gerne ein schönes Feuerwerk an, aber das Geböllere ist doch wenig angenehm. Mit dem Böllerverbot wird die Umwelt geschont, es gibt keine Lärmbelästigung und für die Haus- und Wildtiere ist so der Jahreswechsel wesentlich angenehmer. Im Hinblick auf die Entlastung der Krankenhäuser, die hoffentlich weniger Menschen mit Brandverletzungen behandeln müssen, ist das Feuerwerksverbot in diesen Zeiten eine gute Entscheidung.“

Geld für Feuerwerk und Böller lieber spenden

Der Altenaer Thorsten Anlauf sieht das ein wenig anders: „Ich finde grundsätzlich ein Verbot unangemessen, weil jeder das frei entscheiden sollte. Es wäre besser, wenn Politik die Menschen so etwas eigenverantwortlich regeln ließe. Denn das gibt ein viel besseres Gefühl, wenn ich von selbst zu dem Schluss komme, dass ich mit dem Geld etwas Vernünftigeres machen kann, als es in die Luft zu blasen. “

Seine Idee: „Vor dem Hintergrund eines Jahres, in dem nicht nur Corona alle beschäftigt hat, sondern auch eine Flut, fände ich es viel besser, man gibt die 50 Euro für Böller auf ein Spendenkonto für Flutopfer in Altena oder an der Ahr oder in Belgien. Ich habe noch nie Böller gekauft, sondern stattdessen immer eine Summe X gespendet.“

Silvesternacht: Ordnungsamt kündigt Kontrollen an

Differenziert sieht Friedrich Hahne aus Altena die Entscheidung: „Ich stehe dem Verbot ein wenig gespalten gegenüber. Mein Herz sagt, es war ja immer schön und hat Spaß gemacht, Raketen und Böller zu zünden. In Anbetracht der Corona-Regeln ist dieses Verbot jetzt doch sehr sinnvoll. Außerdem sind auch Umweltschutz-Aspekte zu berücksichtigen, denn das Silvesterfeuerwerk verursacht eine erhebliche Luftverschmutzung. Wir werden den Silvesterabend ganz ruhig und gemütlich mit unserer Enkeltochter verleben.“

Die Stadt Altena hat zwar nicht, wie in größeren Städten, für bestimmte Plätze ein Feuerwerksverbot verhängt, dennoch werden Mitarbeiter von Ordnungsamt und Polizei an Silvester unterwegs sein. Darauf weist Altenas Ordnungsamtschefin Ulrike Anweiler hin. „Wir haben keine Plätze bestimmt, so dass es sicher das eine oder andere kleinere Feuerwerk geben wird. Interessierten bleibt nur der Rückgriff auf Materialien aus Vorjahren, sofern sie sich an die Regeln halten und keine illegalen Käufe im Internet tätigen.“
Die Ordnungsamtsleiterin appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, sich an diese Regel zur Bekämpfung der vierten Welle des Coronavirus zu halten, denn „es gibt das Verbot nicht ohne Grund“.

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